Schwangere infiziert sich mit Covid-19: Nach der Geburt zeigt sich, was mit dem Baby passiert

In Indonesien bringt eine an Covid-19 erkrankte Frau ein Kind zur Welt, das Antikörper besitzt, sie jedoch nicht. Hier erfahrt ihr mehr über diese ungewöhnliche Geschichte, die die Wissenschaft in Aufruhr versetzt.

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Céline Ng-Chan ist 31 Jahre alt und bringt Anfang November in Singapur ihr zweites Kind zur Welt. Ihr Sohn namens Aldrin erfreut sich bester Gesundheit. Das Besondere ist jedoch, dass er Antikörper gegen das Coronavirus hat.

Während der Schwangerschaft infiziert

Die junge Frau hat sich wohl auf einer Europareise während der Schwangerschaft mit Covid-19 infiziert. Auch ihre Eltern, ihr Ehemann und ihre Tochter sind während dieser Reise erkrankt und ihre 58-jährige Mutter wäre sogar beinahe an der Infektion gestorben.

Céline Ng-Chan ist gerade einmal in der zehnten Schwangerschaftswoche, als sie positiv auf das Coronavirus getestet wird. Sie berichtet gegenüber der singapurischen Tageszeitung The Straits Times:

Ich habe mir keinen Sorgen gemacht, dass Aldrin sich mit Covid-19 infizieren könnte, weil ich gelesen habe, dass das Risiko einer Übertragung (von der Mutter auf den Fötus) sehr gering ist.

Ihr Sohn hat ihre Antikörper

Nach der Geburt erklärt der zuständige Kinderarzt der jungen Mutter jedoch, dass sie keinerlei Antikörper gegen das Coronavirus mehr habe, ihr Sohn allerdings schon. Die Mediziner gehen davon aus, dass die Mutter ihre Antikörper während der Schwangerschaft auf ihren Sohn übertragen hat.

Während der Schwangerschaft infiziert sich die Frau mit Corona.  DjelicS@Getty Images

Immun ohne Infektion

Es ist nicht das erste Mal, dass jemand Antikörper hat, ohne sich zuvor mit Covid-19 infiziert zu haben. Anfang November geraten drei Kinder ins Visier der australischen Wissenschaft: Sie alle hatten auf unerklärliche Weise eine starke Immunität gegen das Coronavirus entwickelt, ohne je daran erkrankt gewesen zu sein. Eine Studie beschäftigt sich daraufhin mit diesem bisher wenig erforschten Phänomen.

Antikörper trotz negativer Tests

Diese Studie wurde an einer Familie durchgeführt, die besonders schwer von dem Coronavirus getroffen war. Ein Pärchen aus Melbourne hatte sich bei einer Hochzeit angesteckt und anschließend typische Covid-Symptome entwickelt (Husten, verstopfte Nase, Fieber ...)

Mehrere Covid-Tests an ihren drei Kindern, im Alter von 9, 7 und 5 Jahren, blieben jedoch negativ. Dennoch zeigten die beiden Älteren ein paar leichte Symptome, während der Kleinste vollkommen asymptomatisch blieb.

Intensive Untersuchungen

Der Fall dieser Familie stellt die Wissenschaft vor ein solches Rätsel, dass ein Forscherteam von der Universität in Murdoch die australische Familie einmal ganz genau unter die Lupe nimmt.

Die Untersuchungen zeigen, dass die Kinder tatsächlich eine Immunität gegen das Virus entwickelt haben. Außerdem wiesen die drei Kinder auch eine große Menge an Immunglobulinen A auf, genau wie ihre Eltern.

Die Grenzen der Covid-Tests

Doch damit nicht genug: Bei einem der Kinder konnte sogar Immunglobulin G nachgewiesen werden, welches deutlich seltener ist und eigentlich ausschließlich bei Personen auftritt, die sich zuvor infiziert haben.

Dies zeigt die Grenzen der Sensibilität von PCR-Tests sowie aktueller serologischer Diagnosemethoden bei Kindern auf.

Haben sich die Kinder infiziert, ohne dass die Tests angeschlagen haben? Das ist die große Frage, die hoffentlich eines Tages eine Antwort bekommt.