"Sehr belastend": Kinderärzte warnen eindringlich vor Schnelltests an den Schulen
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"Sehr belastend": Kinderärzte warnen eindringlich vor Schnelltests an den Schulen

Von Maximilian Vogel

Deutsche Kinderärzte raten davon ab, Schulöffnungen durch Corona-Massentests an Schülerinnen und Schülern zu erkaufen - und dafür haben sie eine ganz einfache Erklärung...

Ob die Schulen wirklich öffnen, glauben betroffene Eltern sicherlich erst, wenn ihre Kinder in der Schule sind. Lange Zeit hat die Bundesregierung die Öffnung hinausgezögert, dass sogar Merkel zu Anschuldigungen meinte, sie würde damit sicherlich keine Kinder quälen wollen. Doch der Öffnung mit Schnelltests stehen Experten ebenso kritisch gegenüber.

Jugendärzte und medizinische Fachgesellschaften warnen eindringlich vor Corona-Massentests an Schulen und halten flächendeckende Schnell- beziehungsweise Selbsttests bei Schülern ohne Symptome "für weder gerechtfertigt noch angemessen".

Kinder- und Jugendärzte warnen vor Corona-Massentests für Schulkinder

Die zu erwartende hohe Zahl an falsch negativen und falsch positiven Ergebnissen würde mehr Schaden anrichten als nutzen, wie Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der Neuen Osnabrücker Zeitung gegenüber erklärt.

Die unterzeichnenden Fachgesellschaften, zu denen neben dem BVKJ auch die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene zählen, stellen in ihrer gemeinsamen Stellungnahme die Befürchtung an, dass häufige Testungen gerade für junge Schulkinder sehr belastend seien.

Das ständige Testen kann für die Kinder psychisch sehr belastend sein. August de Richelieu@Pexels

Gefahr falscher Testergebnisse zu hoch

Zudem sei laut Fischbach die Gefahr groß, dass die Schülerinnen und Schüler sich bei negativen Testergebnissen in falscher Sicherheit wiegen und die notwendigen Hygienemaßnahmen wie Maskentragen und Abstandhalten nicht mehr einhalten. Und weiter:

Angesichts vieler falsch negativer Ergebnisse könnte das zu mehr Ansteckungen führen, als wenn nicht getestet würde; das wäre verheerend.

Stattdessen fordern die Experten, dass das pädagogische Personal und alle Erwachsenen, die in den Einrichtungen Kontakt mit Kindern haben, jeden zweiten Tag getestet werden.

Die Schnelltests sollten des Weiteren nur durch geschultes Personal erfolgen. Bei Selbsttestungen würden, den Befürchtungen zufolge, zu viele falsche Ergebnisse drohen.


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