Spahn: Bürger können sich den Impfstoff nicht einfach aussuchen

In einer Online-Diskussionsrunde beantworten Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler Fragen rund um die Impfung gegen das Coronavirus. Auch wenn der Weg aus der Pandemie durch die Impfung geebnet ist, sei es momentan nicht möglich, sich den Impfstoff selbst auszusuchen...

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Wer sich derzeit in der Position befindet, vom Staat eine Covid-19-Impfung angeboten zu bekommen, kann sich den Impfstoff, der verabreicht wird, nicht aussuchen. Doch der Grund ist einleuchtend.

Denn wegen derzeit noch herrschender Knappheit der Corona-Impfstoffe "im Moment und auch absehbar" sei es laut dem Gesundheitsminister nicht möglich, eine Auswahl zu treffen.

Eine halbe Million Menschen seit Impfstart geimpft

Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission, betont allerdings, dass die beiden bislang in Europa zugelassenen Impfstoffe der Firmen Biontech und Moderna "äquivalent in Wirksamkeit und Sicherheit" seien. Für entsprechende Aussagen zu noch nicht zugelassenen Mitteln sei es derzeit allerdings noch zu früh.

Laut Spahn seien seit dem Impfstart in Deutschland Ende Dezember über eine halbe Million Menschen ein erstes Mal gegen Covid-19 geimpft worden. Damit sei der "Weg raus aus der Pandemie" eingeläutet. "Es werden jeden Tag mehr, die Prozesse laufen immer besser", so der Gesundheitsminister gegenüber der ARD.

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Mit dem Moderna-Vertrag stehen uns mehr Impfstoff-Dosen zur Verfügung.  Artem Podrez@Pexels

Zeitnahe Zulassung von drittem Impfstoff erwartet

Wie Spahn weiter erklärt, gehe eine erste Lieferung des Moderna-Impfstoffes am Dienstag an die Bundesländer. Dies hat lange gedauert, denn Spahn ließ davor den Vertrag wochenlang ohne Unterzeichnung liegen.

Auch beim möglichen dritten Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca sei laut EU-Arzneimittelbehörde EMA die europäische Zulassung "zeitnah" möglich, so Spahn.

Nach Angaben der Experten muss der Impfstoff, um einen ausreichenden Schutz vor Covid-19 zu gewährleisten, zweimal verabreicht werden - mit einem Abstand von mindestens drei Wochen bei Biontech und bis vier bei Moderna.

Andernfalls drohe laut Mertens nicht nur ein zu schwacher Schutz für die Betroffenen, sondern es bestehe zudem dann die Sorge, dass dadurch die Entstehung von Mutationen des Virus, die gegen den Impfstoff immun seien, begünstigt werden könnten.

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