Sportlerinnen im Zyklus: So können sie sich ihn zunutze machen
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Sportlerinnen im Zyklus: So können sie sich ihn zunutze machen

Während eines sportlichen Wettkampfes die Periode zu bekommen, ist für viele Sportlerinnen ein absoluter Alptraum. Allerdings kann das Wissen um den eigenen Zyklus in sportlichen Hochphasen auch durchaus von Nutzen sein...

Bisher ist der Zusammenhang zwischen Zyklus und Leistung bei Sportlerinnen erst in wenigen Studien untersucht worden. Ein Umstand, den die deutsche Gynäkologin, Sportmedizinerin und Triathletin Susanne Weber, beanstandet.

Zudem kritisiert sie methodische Mängel an vielen der existierenden Studien. Dabei könnte das Wissen um die weibliche Periode im Zusammenhang mit Leistungssport viel Potenzial für Sportlerinnen bieten, wie Der Standard berichtet.

Sport und Zyklus sollten miteinander abgestimmt werden. Virojt Changyencham / Getty Images

Zyklus hat Einfluss auf sportliche Leistung

Beispielsweise wäre ein sportlicher Wettkampf in der zweiten Hälfte des Zyklus (zwischen Eisprung und Beginn der Blutung) weniger vorteilhaft, da durch die leicht erhöhte Körpertemperatur die Leistungsfähigkeit vermindert sein könnte, wie Sportmedizinerin Petra Platen von der Ruhr-Universität Bochum erklärt.

Der Wiener Gynäkologe, Endokrinologe und Sportarzt Christian Matthai, fügt außerdem hinzu, dass nicht nur Sportlerinnen in diesen Tagen über Wassereinlagerungen und ein aufgedunsenes Gefühl klagen. In den Tagen nach der Blutung fühlen sich viele Patientinnen hingegen genau gegenteilig und besonders beweglich und vital: "Diese Phase ist ideal für Ausdauersport", so der Mediziner.

Matthai berichtet außerdem, dass Profisportlerinnen vor Beginn ihrer Menstruation Probleme mit ihrer Feinmotorik haben. Auch Platen bekräftigt dies, indem sie hinzufügt, dass die Verletzungsanfälligkeit in dieser Phase besonders gegeben sei. Diesen Umstand führt die Sportmedizinerin auf ein verändertes Körpergefühl zurück. Zusätzlich sei es möglich, dass es aufgrund der hormonellen Situation zu einer Lockerung der Bänder kommen könne. All diese Beobachtungen bei Profis gelten in abgeschwächter Form auch für Hobbysportlerinnen.

Wohlbefinden während der Menstruation höchst individuell

Weil sich viele Frauen während der Menstruation schlapp fühlen und an Regelschmerzen leiden - diese können übrigens genauso weh tun wie ein Herzinfarkt -, rät Platen zu moderater Bewegung, wie etwa leichtem Ausdauertraining.

Durch die Endorphine, die beim Sport ausgeschüttet werden, können sich die Regelbeschwerden etwas lindern lassen. Gynäkologe Matthai empfiehlt seinen Patientinnen, sich auf ihre subjektive Wahrnehmung zu verlassen und gegebenenfalls von zu intensiven Trainingseinheiten abzusehen.

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Doch es gibt auch Frauen, die sich während den ersten Tagen ihrer Blutung topfit fühlen, was laut Dr. Weber wenig überraschend ist, denn der weibliche Körper erbringt Hochleistungen:

Von der Hormonkonstellation her ist man in den ersten Tagen der Blutung sehr leistungsfähig. Man könnte auch sagen: Hormonell ist man seinen männlichen Kollegen so nah wie nie, weil Östrogen und Progesteron so niedrig sind.
Von Maximilian Vogel
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