STIKO: Keine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche wegen unbefriedigender Datenlage
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STIKO will keine pauschale Impfempfehlung für Kinder aussprechen

Sollen bald Kinder und Jugendliche gegen das Coronavirus geimpft werden? Anscheinend wird es in nächster Zeit keine generelle Impfempfehlung der Stiko geben.

Die Impfkampagne schreitet in Deutschland gut voran, ab dem 7. Juni kommt es sogar zur Aufhebung der Priorisierung für die zu impfenden Personen.

Zugleich liegt jetzt ein Impfstoff für Kinder und Jugendliche vor. Die EU-Zulassung des Vakzins von Biontech/Pfizer steht dank ihrer Studien unmittelbar bevor.

Die Stiko sieht von einer generellen Impfempfehlung ab

Die Ständige Impfkommission (STIKO) wird wohl laut dem RND nur eine Impfempfehlung für 12- bis 15-Jährige mit bestimmten chronischen Erkrankungen aussprechen.

Kinder und Jugendliche ohne diese Erkrankungen müssen dann zwar nicht, können aber trotzdem geimpft werden. Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Bärbel Bas, äußert sich hierzu gegenüber dem RND:

Ich gehe davon aus, dass die Stiko eine Liste von Krankheiten erstellen wird, bei denen sie die Impfung für Kinder empfiehlt.

Im Anschluss an die Impfung dieser betroffenen Kinder und Jugendlichen können dann die anderen Personen dieser Altersklasse geimpft werden, Bas lässt daran keinen Zweifel:

Nach Aufhebung der Priorisierung und nach der Zulassung eines Impfstoffes können Eltern ihre Kinder unabhängig von diesen Risikofaktoren impfen lassen.

Die Zurückhaltung der STIKO in Sachen Impfempfehlung erklärt sich im Fall der 12- bis 15-Jährigen aus der zum jetzigen Zeitpunkt noch unsicheren Datenlage.

Schulöffnung nur für geimpfte Kinder und Jugendliche?

Fehlt eine generelle Impfempfehlung der STIKO für diese Altersklasse, sehen die Experten Probleme voraus, was die Schulöffnung zum neuen Schuljahr anbelangt.

Für Bas ist die Lage klar: Der Schulbesuch sollte nicht vom Impfen abhängig gemacht werden. Denn es sei ja eigentlich immer hauptsächlich um den Schutz der Erwachsenen gegangen.

Hierin liegt allerdings auch ein Knackpunkt, da viele Eltern, Großeltern und insbesondere Lehrkräfte noch nicht geimpft sind und es vielleicht auch bis Schulbeginn nicht sein werden.

Die Gewerkschaftschefin Marlis Tepe unterstreicht deshalb, dass geklärt werden muss, bis wann Lehrkräfte und Eltern ihre Spritzen erhalten können.

Eltern nicht mit der Entscheidung alleine lassen

Nach Meinung des Grünen-Politikers Janosch Dahmen ist eine Aufklärungskampagne der Bundesregierung unumgänglich. Dahmen sagt hierzu dem RND:

Wir können die Entscheidung über die Impfung nicht bei den Jugendlichen, ihren Eltern oder Ärzten abladen.

Den Familien bilden gemeinsam mit den Jugendlichen durch ihre "überproportional vielen soziale Kontakte" eine Schlüsselgruppe bei der Bekämpfung der Pandemie. Dahmen setzt hinzu:

Wenn wir die Pandemie möglichst schnell und mit wenigen weiteren Erkrankungen überwinden wollen, müssen wir uns viel stärker um die Familien kümmern.

Entscheidungen in dieser heiklen Sachlage zu treffen, ist nicht leicht. Viele Jugendliche warten ungeduldig auf die Rückgewinnung ihrer Grundrechte.

Eine generelle Impfkampagne in dieser Altersgruppe ruft aber Zweifel bei vielen Experten hervor, wie sie auch Marlis Tepe gegenüber dem RND ausdrückt:

Da Kinder seltener als ältere Erwachsene schwere Covid-19-Verläufe haben, muss die Verwendung eines noch nicht lange geprüften Impfstoffs besonders gründlich abgewogen werden.

Bleibt also zu hoffen, dass vielleicht der nächste Impfgipfel von Bund und Ländern einen Fahrplan zur Impfung von Kindern und Jugendlichen erarbeiten kann.


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