Studie: Plastik führt zu Bluthochdruck bei Schwangeren

Eine Studie an schwangeren Frauen ergibt, dass die Aussetzung von Chemikalien in Kunststoffen mit einem Anstieg des Blutdrucks in der Spätschwangerschaft verbunden ist.

Ein Forscherteam hat einen Zusammenhang zwischen Kunststoffen und hohem Blutdruck bei Schwangeren hergestellt. Sie kamen zu dem Schluss, dass eine Gruppe von Chemikalien, die in Kunststoffen und anderen Haushaltsprodukten enthalten sind, einen Anstieg des Blutdrucks in der Spätschwangerschaft verursachen kann.

Vorgeburtliche Belastung durch Kunststoffe

Die Studie von Wissenschaftler:innen der Mailman School of Public Health der Columbia University ergibt außerdem, dass die Belastung durch diese Produkte auch mit langfristigen Veränderungen des Blutdrucks einhergeht.

Diese Erkenntnisse wurden gewonnen, nachdem die Forschenden die Phthalatkonzentrationen in Urinproben von 892 Schwangeren in Mexiko-Stadt analysiert haben. Je stärker die Aussetzung gegenüber diesen Stoffen ist, desto höher ist der Blutdruck im dritten Trimester. Der Erstautor der in der Zeitschrift Environmental Health Perspectives veröffentlichten Studie, Haotian Wu, sagt:

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Exposition gegenüber Phthalaten während der Schwangerschaft lebenslange Auswirkungen auf den Blutdruckverlauf haben kann und möglicherweise das Risiko für chronische Krankheiten im späteren Leben, wie Bluthochdruck, erhöht.

Die als Phthalate bekannten Chemikalien sind in vielen Konsum- und Haushaltsprodukten wie Spielzeug, Vinylbodenbelägen und Produkten wie Parfüms und Lufterfrischern enthalten.

Risiken und Beschränkungen

Diese Chemikalien gelangen durch Verschlucken, Aufnahme durch die Haut und Einatmen in den menschlichen Körper und können Atemprobleme wie Asthma verursachen.

Die Belastung durch Phthalate wirkt sich auch auf die Gehirnentwicklung von Kindern, den IQ und die Schilddrüsenfunktion aus. In einem begleitenden Leitartikel schreibt Ivan A. Arenas von der Abteilung für Kardiologie der Columbia University:

Die Studie von Wu und Kollegen eröffnet neue Wege für die Erforschung der Rolle von Umweltbelastungen und Blutdruckwerten, insbesondere der Auswirkungen von Phthalaten auf die Blutdruckregulierung.

Allerdings können die biologischen Mechanismen, die dem Zusammenhang zwischen Phthalaten und Bluthochdruck in der Schwangerschaft zugrunde liegen, bisher nicht ermittelt werden. Das Team sagt, dass in diesem Bereich weitere Forschung erforderlich ist. Andrea Deierlein ist die Hauptautorin und sagt:

Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die pränatale Gefährdung durch Phthalate die Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen beeinflussen kann, und werden hoffentlich künftige Forschungen zu möglichen Veränderungen des Blutdrucks und anderer Risikofaktoren während der frühen Schwangerschaft sowie zu den langfristigen Folgen anregen.
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