Täglich entsetzliche Schmerzen: Das Leben einer Frau mit Endometriose

Endometriose: Etwa jede zehnte Frau ist von dieser qualvollen Krankheit betroffen, über die auch ihr alles Wesentliche wissen solltet. Ein Einblick in den Alltag einer Patientin zeigt, wie schwierig das ist.

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Stellt euch vor, täglich mit unvorstellbaren Schmerzen aufzuwachen. Stellt euch vor, ihr geht zum Arzt und der findet keine Erklärung für euer Leid und daher auch keine Therapie.

Dieses Schicksal erleidet jede zehnte Frau und täglich solch quälenden Schmerzen ausgeliefert zu sein, macht es nicht gerade einfach, einem Job nachzugehen, eine Beziehung aufrechtzuhalten oder sich um eine Familie zu kümmern.

Zahlreiche Frauen finden nicht den Ansprechpartner und warten jahrelang auf die richtige Diagnose. Zudem ist die Krankheit noch relativ wenig bekannt - diese drei Fakten dazu sollte am besten jede und jeder kennen.

Was ist Endometriose?

Endometriose ist eine meist schmerzhafte Erkrankung, bei der sich auch außerhalb der Gebärmutterhöhle Gebärmutterschleimhaut ansiedelt. Betroffen sind häufig auch die Eileiter sowie das Gewebe im Beckenbereich. Die Schleimhaut durchläuft auch außerhalb der Gebärmutter den typischen Menstruationszyklus.

Kürzlich spricht Rani Iqbal im Interview mit Liverpool Echo über ihre fortwährenden Beschwerden mit der Endometriose und wie die Erkrankung ihr Leben beeinträchtigt.

Ein Leidensbericht

Rani Iqbal leidet an Stufe vier der Endometriose und befindet sich damit am "schweren" Ende der Skala einer Erkrankung, die ihr Leben nicht immer einfach gemacht hat, nicht zuletzt wegen der fünf Operationen, die sie durchführen lassen musste, um Zysten oder Narbengewebe zu entfernen, welches sich um ihre Fortpflanzungsorgane gebildet hat.

Mittlerweile ist Rani 35 Jahre alt und leidet bereits seit dem Teenageralter an der Erkrankung, wie sie gegenüber Echo berichtet - eine lange Leidensgeschichte, wie sie erzählt:

Meine Schmerzen waren teilweise so stark, dass ich nicht zur Schule gehen konnte.
Mehr als nur Regelschmerzen: Endometriose ist eine schmerzvolle Krankheit. Imani Bahati@Unsplash

Diagnose erst mit 22 Jahren

Allerdings wird die Endometriose erst mit 22 Jahren bei ihr diagnostiziert, als sie aufgrund heftiger Schmerzen zusammenbricht und ins Krankenhaus eingeliefert wird.

Im Rahmen eines laparoskopischen Eingriffs finden die Ärzte geplatzte Zysten und entdecken, dass Ranis Eierstöcke mit Narbengewebe überwuchert sind, erst da stellen sie die Diagnose.

Zu diesem Zeitpunkt arbeitet Rani als Flugbegleiterin für eine Airline, doch nachdem sie sich aus gesundheitlichen Gründen freinehmen muss, wird sie gefeuert. Ihren Job zu verlieren, löst heftige Selbstzweifel, Stress und Angst bei ihr aus. Und sie berichtet weiter:

Mein Leben war nicht länger lebenswert. Ich verlor zwei weitere Jobs, nachdem ich nicht zur Arbeit kommen konnte, weil ich das Bett aufgrund der Schmerzen nicht verlassen konnte.
Ich will einfach nur geheilt werden, doch ich weiß, dass noch so viele Operationen nicht helfen werden und ich lerne damit zu leben, bis ich irgendwann ein Kind bekomme.

Heilung durch Schwangerschaft?

Man geht davon aus, dass es Frauen mit Endometriose durch eine Schwangerschaft und manchmal sogar auch danach besser geht, da der Zyklus für eine Weile unterdrückt wird. Doch geht die Krankheit oftmals auch mit Unfruchtbarkeit Hand in Hand. Auch ist nicht sicher, ob die Gefahr dieser Krankheit nicht auch noch in den Wechseljahren weiterbesteht.

Rani hofft, dass andere Frauen, die mit Endometriose leben müssen, zumindest etwas Trost in dem Wissen finden können, dass sie nicht allein sind.