Thrombose nach AstraZeneca: Trotzdem plädiert 65-Jährige weiterhin für das Impfen

Deutschland hat die Impfpriorisierung mit dem Vakzin von AstraZeneca aufgehoben. Eine 65-jährige Patientin ist selbst von den Nebenwirkungen betroffen, plädiert aber weiterhin für das Impfen.

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Nach der Erstimpfung mit Astrazeneca tritt bei einer 65-Jährigen eine Sinusvenentrombose auf - und das, obwohl sie in ihrem Alter eigentlich zur priorisierten Gruppe gehört.

Frau über 65 leidet nach Astrazeneca-Impfung an Hirnvenenthrombose

Christoph Kleinschnitz, Direktor der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen, wo die Frau behandelt wird, erklärt gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass diese Nebenwirkungen durchaus auch bei vermeintlich "sicheren" Personengruppen auftreten können:

Junge Frauen sind am häufigsten betroffen. Aber diese Nebenwirkungen sind, wie immer in der Medizin, nicht schwarz-weiß. Sie können halt eben doch auch bei Älteren, vor allem Patientinnen, auftreten, jenseits der 60 Jahre.

Laut dem Bericht der Betroffenen fällt sie um, als sie am Abend nach der ersten Impfung ins Badezimmer geht. Was danach passiert ist, fehlt in ihrer Erinnerung.

Aufgrund ihres Alters und der Empfehlung der Stiko (Ständigen Impfkommission), das Vakzin nur für Personen über 60 Jahren zuzulassen, habe die 65-Jährige keinerlei Bedenken gehabt.

An der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen diagnostiziert man bei ihr schließlich die Sinusvenenthrombose, die schon länger als besorgniserregende Nebenwirkung gilt.

Allgemein ist das Risiko einer schweren Nebenwirkung, vor allem im Vergleich mit anderen Medikamenten, die Frauen regelmäßig einnehmen, wie der Anti-Baby-Pille, sehr gering.

Sie spricht sich weiterhin für das Impfen aus

Trotz ihrer Diagnose hält die Betroffene es weiterhin für eine gute Maßnahme, die Bevölkerung gegen das das Coronavirus zu impfen. Auch sie selbst würde es laut eigener Aussage wieder tun:

In diesem Fall natürlich nicht mit AstraZeneca, weil ich es ja nicht vertrage. Das ist ja das Problem. Sie haben festgestellt, dass da eine Reaktion bei mir entsteht. Aber ich würde nach wie vor für das Impfen plädieren.

Eine winzige Gefahr einer Thrombose besteht - vor allem für Frauen - bei jeder Impfung, so können auch durch den derzeit überaus geliebten Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer Nebenwirkungen auftreten.