Thromboserisiko: Pille gefährlicher als Corona-Impfung

Der Impfstoff AstraZeneca steht im Verdacht, Nebenwirkungen in Form von Thrombosen zu verursachen - Bei der Antibabypille ist das schon lange erwiesen. Was also unterscheidet die beiden Präventionsmittel voneinander?

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In Deutschland sind bisher rund 1,6 Millionen Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs verimpft worden. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) berichtet von sechs Fällen, bei denen bei geimpften Frauen kurz darauf Blutgerinnsel in Hirnvenen auftraten.

Erst diese Woche ist das Impfen mit dem Vakzin zwischenzeitlich ausgesetzt worden, weil man einer möglichen Verursachung der Blutgerinnsel durch die Impfung mit AstraZeneca nachgehen wollte.

Thrombose-Risiko bei Pille höher als bei Impfstoff

Alle diese Frauen hatten einen Mangel an Blutplättchen. Ein weiterer Fall, der medizinisch mit Hirnblutungen in Verbindung mit Mangel an Blutplättchen vergleichbar ist, betrifft einen Mann. Drei der Betroffenen sind gestorben, berichtet der Spiegel.

So ist auch vor ein paar Wochen eine Krankenschwester in Österreich kurz nach der Impfung mit AstraZeneca verstorben. Eine Verbindung ist nicht nachgewiesen.

Pro einer Million Menschen sind das also recht wenige Fälle von Thrombose. Zudem handelt es sich hierbei um eine sehr seltene Thrombosenart. Ein möglicher Zusammenhang mit der Impfung wird jetzt untersucht.

Das Risiko, wegen der Antibabypille ein Blutgerinnsel zu entwickeln, ist deutlich höher, jedoch sind nicht alle dieser Thrombosen so gefährlich wie die Sinusvenenthrombose.

Allein aus diesem Grund ist ein direkter Vergleich der Zahlen wenig sinnvoll. Und ebenso wichtig: Während bei der Pille kein Zweifel besteht, dass die Präparate das Risiko eines Gerinnsels erhöhen, wird die Verbindung zum Impfstoff aktuell noch untersucht.

Art der Pille entscheidend für Thrombose-Risiko

Auch die Art der Pille ist für das Thrombose-Risiko entscheidend: So erhöhen sogenannte Minipillen, die nur ein Gestagen enthalten, das Gerinnsel-Risiko nicht.

Kombinationspräparate mit einem Östrogen und einem Gestagen dagegen steigern das Risiko venöser Thromboembolien, kurz VTE. Das bedeutet, dass sich ein Blutgerinnsel bildet, das entweder eine tiefe Beinvene blockiert oder mit dem Blutstrom in ein anderes Gefäß gelangt ist.

Diese Gefäße sind dann teilweise oder komplett verstopft. Verstopft das Gerinnsel große Adern in der Lunge, entsteht eine Lungenembolie, die tödlich enden kann. Im Herzen können Gerinnsel einen Infarkt verursachen, im Hirn einen Schlaganfall.

In den allermeisten Fällen sind die VTE allerdings weniger gefährlich als die Sinusvenenthrombose, VTE enden lediglich "im Einzelfall" tödlich, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) schreibt.

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