Trotz Impfempfehlung: Immer mehr Schwangere mit schwerem Verlauf auf den Intensivstationen

Laut einem neuen Bericht aus England sind die Intensivstationen derzeit voll mit Schwangeren. Auch wenn die Zahlen hierzulande zum Glück wieder anders aussehen, wird werdenden Müttern nun dringend zu einer Corona-Impfung geraten.

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Aus einem aktuellen Bericht des britischen National Health Service (NHS) geht hervor, dass aktuell rund ein Fünftel der Corona-Patienten auf den Intensivstationen mit einem schweren Verlauf ungeimpfte Schwangere sind.

Zahl der schwangeren Intensivpatienten geht in Deutschland zurück

Auch wenn die Verhältnisse in anderen Ländern ähnlich aussehen, ist die Entwicklung in Deutschland zum Glück rückläufig. So erklärt der Klinikdirektor des Universitätsklinikums in Hamburg-Eppendorf Prof. Dr. Stefan Kluge gegenüber der BILD:

Die letzte Schwangere haben wir vor Wochen auf Normalstation verlegt. Mein Eindruck ist, dass sich durch die von der STIKO ausgesprochene Empfehlung doch viele Schwangere haben impfen lassen und wir dadurch weniger schwangere Patientinnen mit COVID-19 auf den Intensivstationen sehen.

So verzeichnet die UKE derzeit keine einzige schwangere Corona-Patientin auf ihrer Intensivstation. Doch auch andere Kliniken bestätigen diese Entwicklung.

Anfängliche Skepsis ist überwunden

So berichtet die Direktorin der Frauenklinik rechts der Isar an der Technischen Universität München Prof. Dr. Marion Kiechle im Gespräch mit der BILD:

Bevor die STIKO ihre Empfehlung gegeben hat, waren einige zwar erst skeptisch, aber mittlerweile sehe ich das bei uns nicht mehr. Wir haben weltweite Daten, dass die Impfung keine negativen Auswirkungen auf das Kind hat, dafür aber die Mutter gut schützt.

So haben viele deutsche Frauen das Risiko einer Corona-Erkrankung in der Schwangerschaft erkannt. Denn bei Schwangeren ist die Wahrscheinlichkeit, einen schweren Corona-Verlauf zu haben, aus diversen Gründen erhöht. So erklärt Prof. Dr. Marion Kiechle der BILD:

Der Organismus der Frau ist während der Schwangerschaft auch ohne Erkrankung schon stark beansprucht. Bei einigen werdenden Müttern kommt dann noch erhöhter Blutdruck, Stoffwechselerkrankungen oder Schwangerschaftsdiabetes dazu. Alles Risikofaktoren für einen schweren Corona-Verlauf.

Während die STIKO die Impf-Empfehlung für Schwangere und Stillende erst im September abgegeben hat, gibt es diese Empfehlung in England schon seit dem April.