Trotz mildem Covid-Verlauf: Junge Menschen haben Gedächtnis wie 60-Jährige

Mehrer Gedächtnistests zeigen: Auch ein milder Verlauf einer Covid-19 Erkrankung kann sogar junge Menschen nachhaltig schädigen. Ihre Konzentrationsfähigkeit ist teils vergleichbar mit der von über 60-Jährigen.

Trotz mildem Covid-Verlauf: Junge Menschen haben Gedächtnis wie 60-Jährige
© DjordjeDjurdjevic@Getty Images
Trotz mildem Covid-Verlauf: Junge Menschen haben Gedächtnis wie 60-Jährige

53 Teilnehmer:innen, die an die an Covid-19 erkrankt sind und 83 Personen, die noch keine Corona-Infektion hinter sich gebracht haben: An ihnen wollen Psycholog:innen des Nuffield Department of Clinical Neurosciences der Universität Oxford die Long-Covid-Folgen für das Gedächtnis herausfinden. Denn auch junge Menschen klagen über spätere Symptome. Alle Teilnehmenden gaben an, unter Müdigkeit und weiteren Gedächtnisstörungen zu leiden.

Gedächtnistests bei Long-Covid Patient:innen fallen schlechter aus

Drei der Covid-Patient:innen mussten ins Krankenhaus wegen eines schweren Verlaufs, sieben der 53 junge Menschen litten unter starken Symptomen. Die meisten der Proband:innen, die im Durchschnitt 28 Jahre alt sind, hatten einen milden Verlauf bei der Erkrankung, welche rund fünf Monate zurückliegt.

Sie werden mehreren Gedächtnistests unterzogen. Bei zwei Aufgaben haben die Proband:innen im Gegensatz zu ihrer Vergleichsgruppe mehr Probleme bei der Durchführung. Besonders auffällig sind Schwierigkeiten bei der Konzentration und Aufmerksamkeit.

Aufmerksamkeitsdefizite und Vergesslichkeit

Bei einem der Tests sollten sich die Teilnehmenden verschiedene Gegenstände merken. Direkt nach der Übung können beide Gruppe sich an die Dinge erinnern. Was auffällt: Nach kurzer Zeit macht die Gruppe der Personen, die bereits mit Corona infiziert waren, deutlich mehr Fehler als die Vergleichsgruppe.

Auch als sich die Teilnehmer:innen bestimmte Wörter merken sollten, zeigen sie ein ähnliches Verhalten vor. Diese Vergesslichkeit hätten Forscher:innen bislang nur bei Menschen im Alter von Mitte 60 bemerkt.

Ein weiterer Test beweist die geschwächte Aufmerksamkeit vieler Corona-Proband:innen. Dabei sollten diese auf bestimmte Zahlen reagieren. Nach rund drei Minuten zeigt sich: Die Ergebnisse der ersten Gruppe sind deutlich fehlerhafter, als die der Non-Covid-Personen.

Es sind also klare Long-Covid-Symptome bei Erkrankten mit einem milden Verlauf zu erkennen. Doch ein Positives stellt der Forscher Sijia Zhao fest: Mit der Zeit würden diese Probleme allerdings abnehmen. Es gibt also Licht am Ende des Tunnels.

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