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Unterkühlung soll bei Herzstillstand helfen

In der französischen Stadt Béziers hat ein 53-Jähriger einen 18-stündigen Herzstillstand überlebt. Das Herz des Mannes begann nach und nach wieder zu schlagen, nachdem er mit dem Hubschrauber noch ins Krankenhaus von Montpellier gebracht worden war. Die Ärzte sind der Meinung, dass ihm seine Unterkühlung das Leben gerettet hat.

Am 12. März dieses Jahres sucht eine besorgte Familie einen 53-jährigen Mann, weil er nicht wie gewohnt nach Hause gekommen ist. Seine Angehörigen gehen seinen Weg ab und finden ihn leblos am Ufer der Orb. Der Mann weist keinerlei Zeichen von äußerlicher Gewalt auf und ist offenbar auch nicht in den Fluss gefallen.

Doch der Mann hat einen Herzstillstand erlitten und ist völlig unterkühlt. Seine Körpertemperatur beträgt nur noch 22 Grad. Er wird vom Rettungswagen ins nächste Krankenhaus gebracht. Auf der Fahrt ins Krankenhaus bekommt er ununterbrochen eine Herzmassage.

Seine Unterkühlung hat ihm das Leben gerettet

Wie Dr. Jonathan Charbit, der Chef der Intensiv-Station des Universitätskrankenhauses Lapeyronnie von Montpellier, der Regionalzeitung Midi Libre mitteilte, standen „seine Überlebenschancen kaum besser als Null“. Dr. Charbit erklärte, dass der Mann von den Ärzten ununterbrochen Herzmassage bekam, weil sie überzeugt waren, dass seine Unterkühlung das Herz aller Wahrscheinlichkeit nach daran hinderte, wieder zu schlagen.

„Die Unterkühlung hat sein Gehirn und seine lebensnotwendigen Organe davor geschützt, Schaden zu nehmen. Es bestand die Hoffnung, dass er den Herzstillstand ohne allzu schwerwiegende Folgen überlebt. Das ist ja gerade das Besondere an diesem Fall. Bei einer normalen Körpertemperatur wäre die Diagnose ganz anders ausgefallen“, erklärte Dr. Charbit des Weiteren. Er ist sich sicher, dass die Unterkühlung in diesem Fall eine entscheidende Rolle gespielt hat.

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Nachdem der Patient im Krankenhaus von Béziers eingeliefert worden war, wurde er gleich mit dem Helikopter nach Montpellier in die Anästhesiologie- und Reanimationsabteilung der dortigen Universitätsklinik Lapeyronnie weitergebracht. Stundenlang wurden seine Lebensfunktionen von Herz-Lungen-Maschine künstlich aufrecht gehalten. Nach und nach fing sein Herz wieder an zu schlagen. Und innerhalb von zwei Tagen war der Herzrhythmus dann wieder normal.

Der Patient, der sich im Augenblick noch erholt, konnte zu seiner wunderbaren Heilung, die er der richtigen Einschätzung der Ärzte und ihrem vorbildlichen Verhalten verdankt, noch nicht Stellung nehmen, teilt der Midi Libre mit. Immerhin kann er nach Aussage von Dr. Charbit „laufen und einfache Anweisungen befolgen“. Der außergewöhnliche Fall soll in Kürze in einer internationalen Fachzeitschrift erscheinen.

Von der Redaktion
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