Verbraucherzentrale: Lebensmittelindustrie versetzt Essen heimlich mit Vitamin D

Einige Nahrungsmittel, darunter z. B. auch Margarine, dürfen mit Vitamin D versetzt werden. Dafür braucht es allerdings eine offizielle Genehmigung. Die Verbraucherzentrale deckt jetzt auf: So genau nimmt es die Lebensmittelindustrie damit nicht und gefährdet damit unsere Gesundheit.

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Schon Neugeborene erhalten Vitamin-D-Tropfen, da diese u. a. dabei helfen, die Nervenzellen in unserem Gehirn zu schützen und die Einnahme sich ebenso positiv auf das Herz-Kreislaufsystem auswirkt. Zu viel des Guten kann allerdings eher gesundheitsschädlich sein.

Die Verbraucherzentrale hat nun eine große Anzahl an Nahrungsmitteln in Supermarktregalen gefunden, denen das Vitamin zugesetzt wird, ohne dies offiziell zu dürfen (in unserem Video verraten wir euch, welche Produkte von der Schummelei betroffen sind).

Ohne Genehmigung, kein Zusatz

Die Aufnahme von Vitamin D, das in vielen Lebensmitteln steckt, ist nicht nur für unser Immunsystem wichtig, sondern auch für unsere Zähne und Knochen. Normalerweise reicht ein wenig Sonnenlicht, um den Großteil unseres Tagesbedarfs zu decken. Ist das nicht möglich, kann der Arzt in bestimmten Fällen ein Rezept für Vitamin-D-Präparate ausstellen.

Die Lebensmittelindustrie scheint den Verbraucher:innen aber auch kräftig unter die Arme greifen zu wollen, um bei diesen nur keinen Vitamin-D-Mangel, der sich sehr leicht erkennen lässt, entstehen zu lassen. Kleiner Haken an der Sache: Das geschieht in den meisten Fällen klammheimlich und ist verboten.

Die Rechtslage ist auf jeden Fall eindeutig. Dr. Britta Schautz, Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale Berlin, dazu:

Lebensmittelunternehmen müssen sich an die rechtlichen Vorgaben halten. Die Lebensmittelüberwachungsbehörden müssen stärker kontrollieren, ob sich die Hersteller an das Verbot zur Anreicherung halten. Dieses Verbot gilt übrigens ebenso für den Zusatz von Vitamin A und von Mineralstoffen. Auch diese Nährstoffe dürfen ohne entsprechende Genehmigung nur wenigen Lebensmitteln zugesetzt werden. Produkte, die trotz Verbot verkauft werden, müssen aus dem Handel genommen werden.

Weder Hersteller noch Handel nehmen es ganz genau

Bei Stichproben in ganz Deutschland kommt jetzt aber heraus: Viele Lebensmittel, denen Vitamin D zugesetzt wird, ohne das offiziell zu dürfen, stehen noch in unseren Supermarktregalen.

Insgesamt nimmt die Verbraucherzentrale 112 Produkte genauer unter die Lupe. Bei 68 Produkten kann der Zusatz gefunden werden, von der Erlaubnis dafür fehlt allerdings weit und breite jede Spur.

Nehmen wir zusätzlich Vitamin D zu uns, ohne dies zu wissen, kann das unangenehme Folgen für unsere Gesundheit haben. Mehr als 100 Mikrogramm täglich können u. a. die Nieren schädigen oder Herzrhythmusstörungen hervorrufen.

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