Virologe Dr. Drosten hält Spazierengehen für unbedenklich

Seit über einer Woche besteht die Regelung, nur noch zu zweit aus dem Haus zu gehen und sich nur draußen aufzuhalten, wenn es unbedingt sein muss. Der Virologe Dr. Drosten rät dazu, nicht panisch zu reagieren - Spazierengehen hält er für unbedenklich.

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Das Coronavirus ist hochansteckend. Damit es sich nicht noch schneller verbreitet, ist richtiges Händewaschen sehr wichtig, ebenso wie das Niesen und Husten in die Armbeuge. Wer gerade kein Waschbecken in der Nähe hat, sollte auf Desinfektionsmittel zurückgreifen. Das kann man auch ganz einfach selbst herstellen.

Isolation aus Selbstschutz

Diese Vorsichtsmaßnahmen sind schon ein guter Schutz. Trotzdem hat die Bundeskanzlerin dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben und nur noch zu zweit rauszugehen (Familien stellen eine Ausnahme dar).

Wir Menschen sind aber Herdentiere und werden ungern in den eigenen vier Wänden eingesperrt. Das sogenannte Social Distancing, also die Distanz zu anderen Personen, ist für viele nicht leicht. Deswegen fragt sich der ein oder andere, ob man trotzdem noch zum Spazieren an die frische Luft darf.

Geringe Infektionsdichte

Der Virologe Christian Drosten, der als Wissenschaftler in der Berliner Charité arbeitet, hat sich vor Kurzem im NDR-Podcast Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten mit eben jenem Thema beschäftigt. Der Virologe sagt zur Infektionsdichte in Deutschland:

Wir haben jetzt im Moment in Deutschland noch nicht eine so hohe Infektionsdichte, dass man überall hinter jeder Ecke den nächsten Infizierten vermuten muss.

Übertragung unwahrscheinlich

Viele Menschen, die Symptome zeigen, seien einfach nur erkältet oder hätten eine normale Grippe, so der Wissenschaftler. Es sei selbstverständlich noch möglich, seine Einkäufe und Besorgungen zu erledigen. Hamsterkäufe hält er deshalb für übertrieben.

Spazierengehen ist kein Problem Stanislaw Pytel@Getty Images

Aber was ist mit dem Spazierengehen? Der Virologe sieht darin kein Problem. Er empfiehlt sogar, nach draußen an die frische Luft zu gehen. Eine Übertragung der Tröpfcheninfektion ist laut dem Forscher unwahrscheinlich, denn die Tröpfchen sind so klein und leicht, dass sie direkt zu Boden fallen.

Es ist nicht so, dass man sich beim Spazieren gehen, wenn man sich begegnet, infiziert.

Aufmerksam sein

Der Virologe rät aber trotzdem dazu, aufmerksam zu sein und einen Abstand von zwei Meter zu anderen Personen zu halten. Bedenkt dabei aber auf jeden Fall, dass ihr, sofern von der Landesregierung nichts anderes angeordnet wurde, nur in Zweiergruppen unterwegs sein dürft. Wenn ihr mehr über das Coronavirus an sich erfahren möchtet, empfehlen wir euch unser kleines 1x1 des Coronavirus.