Von Brustkrebs geheilt: Frau erfährt Jahre später, was ihr Arzt wirklich getan hat
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Von Brustkrebs geheilt: Frau erfährt Jahre später, was ihr Arzt wirklich getan hat

Eine erschütternde Diagnose trifft Leslie, als sie mit einer Blutung an der Brust die Diagnose erhält, an Brustkrebs erkrankt zu sein. Jahre später wird sie von dem Krankenhaus kontaktiert und erfährt, was wirklich mit ihr passiert ist.

Ärzte werden umgangssprachlich oft als "Götter in weiß" bezeichnet. Es gibt aber Fälle, in denen die Ärzte sich tatsächlich wie Götter fühlen und größenwahnsinnig werden. Das kann für die Patienten gefährlich enden. Die Patientin Leslie Cuthbert teilt ihre schreckliche Erinnerung.

Arzt nimmt Geld für frühere Termine

Ian Paterson ist einer (dieser wenigen) Ärzte, die nicht im Sinne des Patienten handeln. Als Leslie Cuthbert eine Blutung an ihrer rechten Brust feststellt, geht sie zu ihrem Gynäkologen. Um eine Expertenmeinung zu der Blutung einzuholen, wird die Britin an den Spezialisten Dr. Ian Paterson verwiesen.

Dieser stellt damals im Jahr 2006 fest, dass Leslie an Brustkrebs leidet. Sie braucht eine Operation, aber die Warteliste ist lang und sie muss mindestens drei Monate auf die wichtige OP warten.

Schneller würde es allerdings gehen, wenn sie dem Arzt Geld gebe. Damit könne er ihr einen zeitigen Termin besorgen. Gesagt, getan: Die verzweifelte Frau bezahlt dem Mann im Arztkittel mehrere zehntausend britische Pfund. Doch bei dem Arzt handelt es sich um einen Betrüger, fast genauso schlimm als wäre er ein Hochstapler...

Er scheint, die Rolle des Retters zu genießen. Science Photo Library@Getty Images

Sie dankt ihrem "falschen" Retter

Leslie erzählt gegenüber The Sun von ihrer Erfahrung mit Dr. Paterson. Sie ist schmerzhaft und sehr aufwendig, doch sie ist umso erleichterter, wieder krebsfrei zu sein:

Es war eine aufwendige Operation und ich hatte danach eine Menge Schmerzen, aber als er mir am nächsten Tag sagte, ich hätte keinen Krebs mehr, war er mein Engelsdoktor, mein Retter.

Doch acht Jahre nach der lebensrettenden Operation kommt die Schreckensnachricht. Ihr Krankenhaus kontaktiert sie, dass sie nie Krebs gehabt hätte und die schmerzhafte OP gar nicht erst notwendig gewesen wäre. Ihr selbsternannter Lebensretter hat sie schlicht um ihr Geld gebracht. Aber die Britin ist nicht die einzige Frau, die von dem Mann behandelt worden ist - über zwanzig Jahre lang hat er auf diese Art und Weise praktiziert.

Ungeheuerliches Verbrechen

Das Schlimme daran sind die physischen und psychischen Verletzungen, die der Arzt Leslie und den anderen Patientinnen angetan hat. Laut The Sun hätte er es genossen, seine Rettung den Patientinnen immer wieder von Neuem vor Augen zu halten - daher sprechen sie auch heute, wo die ganze Wahrheit ans Tageslicht gelangt ist, von einem Gottkomplex, an dem er leiden würde.

Aber nicht alle Frauen kommen so "glimpflich" davon wie diese Britin. Denn manche sind wirklich an Brustkrebs erkrankt, doch der Arzt entfernt das kranke Gewebe nur teilweise, um die Brustform zu erhalten.

Einige Frauen werden mehrmals operiert, ohne je völlig frei von krebsartigen Gewebe zu sein, zudem verschreibt er Östrogen, das das Wachstum der Krebszellen sogar beschleunigt. An den Folgen seiner stümperhaften Behandlung versterben 23 Frauen frühzeitig.

2017 wird der Doktor in 17 Fällen für schuldig befunden, seine Patientinnen verstümmelt zu haben. Die Dunkelziffer dürfte aber deutlich darüber liegen, immerhin hat der Mann jahrelang praktiziert. Er wird zu einer Gefängnisstrafe von 20 Jahren verurteilt.

Von Maximilian Vogel

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