Was jede Frau zur Corona-Impfung wissen sollte
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Was jede Frau zur Corona-Impfung wissen sollte

Von Maximilian Vogel

Zurzeit beschäftigt uns alle die Corona-Impfung: Die einen sehen sie als Erlösung der Pandemie, die anderen scheuen sich davor. Doch was genau bereitet vielen Sorgen? Wir sagen euch, was vor allem Frauen wissen sollten.

Die Corona-Impfung ist seit 27. Dezember in Deutschland zugelassen und man könnte meinen, dass darüber nur Freude herrscht. Doch dem ist nicht so. Die Sorge gegenüber der in kürzester Zeit entwickelten und zugelassenen Impfstoffe lässt die Impfbereitschaft sinken.

Doch wovor haben die Menschen Angst? Normalerweise dauert es Jahre, bis ein Impfstoff entwickelt ist, danach wird er jahrelang getestet und schließlich zugelassen. Aufgrund der Corona-Pandemie ging dies jedoch im Schnelldurchlauf.

Petition schürt Angst von Frauen

Zudem wurden die neuen Impfstoffe weder an schwangeren, noch an stillenden Frauen getestet. Eine Petition an die European Medicine Agency (EMA) schürt die Angst von Frauen im gebärfähigen Alter.

Anfang Dezember wird diese von Arzt Wolfgang Wodarg zusammen mit Michael Yeadon verfasst mit dem Hinweis, dass man nicht wisse, wie sich der neu entwickelte Impfstoff von Pfizer/Biontech auf die Fruchtbarkeit auswirken würde.

Ist die Angst vor Unfruchtbarkeit berechtigt?  PhotoAlto/Frederic Cirou@Getty Images

Faktencheck widerlegt die Ängste

Mittlerweile haben mehrere Medien die Fakten gecheckt, unter anderem der Faktenfuchs von BR und gezeigt, dass diese Angst keinerlei Fakten zugrunde liegt. Wissenschaftler wie Marion Kiechle, Direktorin der Frauenklinik der TU München, haben sich dazu geäußert:

Meiner Einschätzung nach handelt es sich um eine falsche Behauptung, da es wissenschaftlich dafür keine Beweise oder gar den leisesten Hinweise gibt, dass die aktuell zugelassenen Impfstoffe die weibliche Fruchtbarkeit negativ beeinflussen.

Auch Biontech gibt eine Stellungnahme ab, in der sie direkt darauf hinweisen, dass keinerlei Daten bestätigen würden, dass der Impfstoff zu Unfruchtbarkeit führen würde.

Was steckt dahinter?

Wie kommt es jedoch dazu, dass sich diese Bedenken in der Bevölkerung verbreiten? Einerseits der Fakt, dass seit jeher eine Art Mythos besteht, dass dem Impfen generell nachgesagt wird, es würde zu Unfruchtbarkeit führen. Dieser besteht in vielen Kulturen und findet auch während der Corona-Pandemie seine Verbreitung.

Beim mRNS-Impfstoff wird die Angst verbreitet, er würde mit seiner Abwehrreaktion nicht nur das Spike-Protein von Sars-CoV2 angreifen, sondern möglicherweise auch das Protein Syncytin-1, das für die Ausbildung der Plazenta notwendig ist.

Warum? Diese würden Gemeinsamkeiten aufweisen. Wissenschaftler führen jedoch aus, dass diese zu gering wären, um unerwünschte Abwehrreaktionen wie Unfruchtbarkeit auszulösen. Denn im gegenteiligen Fall hätten auch Schwangere, mit dem Coronavirus infiziert, Komplikationen oder Fehlgeburten erleiden müssen, was jedoch nicht der Fall war. Dies zeigen zahlreiche klinische Studien.

Verhütung nach Corona-Impfung?

In Österreich beispielsweise entbrennt zurzeit die Diskussion bezüglich einer Empfehlung zur Verhütung nach einer Corona-Impfung, wie der Kurier berichtet. Der Impfservice der Stadt Wien gibt die Empfehlung ab, aktiv zu verhüten bis drei Monate nach der zweiten Corona-Impfung, da bisher noch keine Studien an Schwangeren durchgeführt wurde.

Impfstoffspezialistin und Vorsitzende des Nationalen Impfgremiums, Ursula Wiedermann-Schmidt von der MedUni Wien, kann diese Empfehlung jedoch nicht nachvollziehen. Der mRNS-Impfstoff verhält sich wie ein Totimpfstoff und kann demnach das Erbgut nicht verändern. Wenn nach der Impfung eine Schwangerschaft festgestellt wird, sei dies kein Grund zum Schwangerschaftsabbruch.

Die STIKO hält sich zurzeit auch noch mit Empfehlungen zurück. Es gibt zu den COVID-19-mRNA-Impfstoffen noch zu wenig Erfahrungsberichte, wie sich diese auf Schwangerschaft und Stillzeit auswirken, daher wird auch hier noch keine Impf-Empfehlung ausgesprochen. Erstmal werden die älteren Personengruppen und medizinisches Personal für die Corona-Impfung priorisiert.


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