Wegen Brezel: Model nach allergischem Schock für immer gelähmt

2013 beißt sie in eine Brezel und ist danach für immer gelähmt. Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist das schwere Schicksal des heute 35-jährigen Models.

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Das berühmte Model Chantel Giacolone ist infolge eines allergischen Schocks seit 2013 gelähmt. Nun reichen ihre Eltern nun gegen MedicWest Klage ein. Das Pharmaunternehmen ist auf Adrenalin-Therapeutika zur Behandlung von schweren allergischen Reaktionen spezialisiert.

Ein allergischer Schock mit fatalen Folgen

Chantel Giacolone befindet sich aus beruflichen Gründen mit ihrer Freundin Tara Retes in Las Vegas, als ihr ein Frozen Joghurt mit Brezel-Topping angeboten wird.

Was eigentlich als schöner Ausflug unter Freundinnen geplant war, endet für die damals 27-Jährige in einem Albtraum. Schon wenige Minuten nachdem Chantel das Eis probiert hat, wird den Freundinnen bewusst, dass etwas nicht stimmt.

Schuld ist wohl die Brezel, die Allergene enthielt. Panisch ruft das Model ihren Vater, Jack Giacalone, an, wie dieser vor dem Gericht aussagt. "Ich kann nicht richtig atmen", sagt sie ihm.

Jack rät seiner Tochter daraufhin, das Antihistaminikum Benadryl zu nehmen und sofort einen Arzt aufzusuchen. Doch zu diesem Zeitpunkt ist es schon zu spät.

Als die beiden Frauen beim Arzt sind, hat sich Chantels Zustand bereits so verschlechtert, dass sie nicht mehr atmen kann. Gegenüber dem Las Vegas Review-Journal berichtet ihre Freundin, wie Chantel sie damals anfleht:

Lass mich nicht sterben.

Die Ärzte vor Ort verabreichen Chantel noch Epinephrin (Adrenalin), doch vergebens. Ihr Gehirn reagiert nicht mehr. Seit diesem schrecklichen Vorfall wird die heute 35-Jährige von ihren Eltern über eine Magensonde ernährt und ihre Lebenserwartung ist erheblich gesunken.

Der Prozess läuft

Wie dasLas Vegas Review-Journal berichtet, hat Chantels Familie nun Klage gegen MedicWest eingereicht. Sie fordern unter anderem für die Medikamentekosten Schadensersatz in Höhe von 59 Millionen Euro.

Vor Gericht argumentiert der Anwalt der Familie, Christian Morris, dass Chantels Gehirn keinen Sauerstoff bekommen hat, weil das Adrenalin intramuskulär und nicht intravenös verabreicht wurde.

Diese Anschuldigung streiten die MedicWest-Anwälte ab und erklären, dass der Verabreichungsweg in Chantels Fall keine Rolle gespielt habe, da ihr allergischer Schock zu schwer gewesen sei, um ihr noch helfen zu können.

Es gibt auch andere Menschen, die mit Allergien klarkommen müssen, über die man im Alltag gar nicht nachdenkt, wie zum Beispiel die lebensgefährliche Kälteallergie.