Wegen Maske bei der Geburt: Schwangere mit Panikattacke im Kreißsaal
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Wegen Maske: Schwangere bekommt Panikattacke bei der Geburt

Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes ist während der Pandemie Teil des Alltags geworden. Aber es gibt einige Menschen, die von dieser Regel ausgenommen sind - und dazu gehören auch Frauen, die gebären. Doch in diesem Fall läuft alles ganz anders und lässt die werdende Mutter schließlich mit einem Trauma zurück...

Rosie Brown aus Großbritannien gehört jedoch zu den Frauen, denen aufgetragen wurde, während der Wehen eine Maske zu tragen. Doch ihr ergeht es dabei gar nicht gut.

Die 39-Jährige leidet nämlich an Emetophobie, der Angst vor Erbrechen - weswegen der Geruch der Maske Übelkeit in ihr hervorgerufen, was sie in dieser bereits an sich schwierigen Situation in Panik versetzt. "Es hat mich wirklich krank gemacht", erzählt Rosie, die während der Pandemie ihr drittes Kind zur Welt gebracht hat.

Maske während Geburt führt zur Panikattacke

Weil es während der Wehen Komplikationen gibt, hat die Britin Angst, dass ihr Sohn es nicht schaffen würde. Sie erinnert sich, dass ihr die Maske auf das Gesicht gelegt wird, während die Wehen bei ihr immer stärker werden.

"Wir sind so darauf eingestellt, sie zu tragen, dass ich es nicht in Frage gestellt habe", so die dreifache Mutter gegenüber BBC. Dann beginnt sich das Gefühl der Enge in ein Gefühl der Angst zu verwandeln:

Ich hatte diese chirurgische Maske im Gesicht und das Gefühl der Klaustrophobie war einfach massiv. Ich geriet ich in Panik, dass ich mich in meine Maske übergeben würde.

Untersuchungen der Wohltätigkeitsorganisation Pregnant Then Screwed, die BBC News vorliegen, legen nahe, dass es sich bei dem, was mit Rosie geschehen ist, um keinen Einzelfall handelt.

Die Frau bekommt unter der Maske während der Wehen klaustrophobische Zustände.  Guido Mieth@Getty Images

Nicht die Einzige

In der Umfrage, bei der 936 Frauen teilgenommen haben, die im Dezember 2020 ein Kind zur Welt gebracht haben, hat jede fünfte Frau angegeben, dass sie während der Geburtswehen eine Maske tragen musste.

Laut Angaben des Royal College of Midwives (RCM) sollten Frauen aufgrund der Risiken, die während der Geburt auftreten können (natürliche und Kaiserschnittgeburten), nicht genötigt werden, eine Gesichtsbedeckung zu tragen.

Celia Venables von Pregnant Then Screwed erklärt, dass zu vielen Frauen dennoch während der Geburt eine Maske aufgezwungen worden sei. Natalie Titherington aus Oldham ist so eine Frau. Sie berichtet von ihrer traumatischen Erfahrung:

Ich schnappte nach Luft. Ich fühlte mich als sei ich am Ersticken. Ich werde niemals das Gefühl vergessen können, nicht atmen zu können und die Angst und Panik, die ich beim Tragen einer Maske empfand.

Natalie erklärt, dass sie damals eine Maske tragen muss, während sie in den Wehen regelmäßige und sehr schmerzhafte Kontraktionen hat. Als sie sie aufgesetzt bekommt, kann sie es nicht fassen. Sie bittet um Nachsicht, doch diese wird der in den Wehen liegenden Frau nicht gewährt:

Mein Körper war bereits in einem Zustand der Bedrängnis und ich habe an einem Punkt versucht, die Maske zu entfernen, aber mir wurde gesagt, ich müsse sie wieder aufsetzen.

Geburt unter Maske bleibt als traumatische Erfahrung zurück

Manche Menschen reagieren sogar im Alltag beim Maskentragen mit Atembeschwerden. Seit dieser Geburt kann Natalie keine Gesichtsbedeckung mehr tragen, da dies die Erinnerung an die Atembeschwerden auslöst, die sie während ihrer Wehen erlebt hat: "Dieses Gefühl des Erstickens und der Panik ist geblieben. Es blitzt weiterhin immer wieder mal durch."

Dr. Mary Ross Davie glaubt, dass es "sehr selten" vorkommt, dass werdende Mütter fälschlicherweise gebeten werden, während der Geburt eine Maske zu tragen. Auch das Krankenhaus, in dem Rosie ihren Sohn zur Welt gebracht hat, ist sich sicher, dass es sich bei dem, was mit Rosie passiert ist, um einen Einzelfall handelt.

Sowohl Rosie als auch Natalie wollen bei werdenden Müttern das Bewusstsein dafür stärken, sich mit den neusten Regeln bei Geburten während der Pandemie auseinanderzusetzen. Natalie fühlt sich bis heute durch ihre Erfahrung traumatisiert:

Ich kann mir nicht vorstellen, wieder eine Geburt zu erleben. Wenn das Personal während meiner Wehen gewusst hätte, was zu tun ist, hätte ich das alles nicht unnötigerweise durchmachen müssen.

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