Wegen strenger Fitnessroutine: Frau kommt frühzeitig in Menopause

Fitnessstudio-Besitzerin Holly Hammill ist super fit und trainiert täglich für ihren stahlharten Body. Doch eines Tages bleibt ihre Periode plötzlich aus - da realisiert die 41-Jährige, dass ihr Körper gegen ihren super gesunden Lebensstil zu streiken scheint.

Durch strikte Fitnessroutine: Frau kommt frühzeitig in Menopause
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Holly Hammill ist Gründerin des TIO CrossFit-Fitnessstudios im Südwesten Londons und eine positive Person mit viel Energie. Als sie Ende 20 ist, tauscht sie Partys gegen Sport, beendet ihren ersten Marathon mit 29 und beginnt mit Anfang 30 mit CrossFit, einer hochintensiven Kombination aus Gewichtheben, Gymnastik und Körpergewichtsübungen.

Holly Hammill: "Ich musste kämpfen, um ernstgenommen zu werden"

"Ich bin sechs Tage die Woche vom Laufen zum Training übergegangen, manchmal zweimal am Tag", erklärt sie. Weiter erzählt sie

Ich habe es absolut geliebt und mich großartig gefühlt - noch besser, nachdem ich meine Ernährungsqualifikation abgeschlossen hatte. Je schlanker und stärker ich wurde, desto besser fühlte sich mein Training an. Ich habe 2.000 Kalorien pro Tag gegessen, hatte nie Hunger und mein BMI war genau dort, wo er sein sollte.

Menstruation stellt sich ein

Dennoch stimmt etwas nicht. 2014 werden Hollys Perioden allmählich immer seltener und hören schließlich ganz auf. Nach einem Jahr geht sie zum Gynäkologen. "Ich habe am Ende vier oder fünf Ärzte gesehen", erinnert sich die heute 42-Jährige. Da Holly nicht untergewichtig war oder versuchte, schwanger zu werden, waren die Ärzte wenig besorgt, wie der britische Mirror berichtet.

"Ich musste kämpfen, um ernstgenommen zu werden", sagt sie. "Ich wurde auf PCOS (polyzystisches Ovarialsyndrom) getestet, das ähnliche Symptome aufweist und nach verschiedenen Tests wurden mir Hormone verschrieben, bis der Spezialist wenig hilfreich anmerkte: 'Nun, das ist ein bisschen wie ein Fall von Sherlock Holmes.'"

"Irgendwann, 2019, stieß ich auf ein Buch, 'No Period, Now What?' von Nicola J Rinaldi über hypothalamische Amenorrhoe (HA). Ich habe es auf ein Mal gelesen - all diese Fallstudien von Frauen wie mir - und ich dachte, es ist so offensichtlich. Das habe ich."

Eine Mischung aus Essgewohnheiten, Bewegung, Gewichtsverlust, Stress und Genetik verursacht normalerweise das Problem, das in den meisten Fällen jedoch behandelbar ist. Dennoch wird HA immer noch häufig falsch diagnostiziert, obwohl, wie Autorin Rinaldi berichtet, Jahre unbehandelter HA schwerwiegende Folgen haben können.

Zufälliger Buch-Fund bringt endlich die Lösung

Mit Hormonen in "im Wesentlichen postmenopausalem Zustand", betont Rinaldi, werden Frauen nicht nur Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden, sondern können auch unter anderem unter geringer Knochendichte und Osteoporose leiden, ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz entwickeln und häufiger das Klo aufsuchen müssen, da die Blasenschleimhaut durch einen Abfall des Östradiolhormons dünner wird.

Holly hält sich an den Plan aus dem Buch, nimmt 9 Kilo zu und erholt sich, indem sie drei Monate lang Workouts gegen Hundespaziergänge und Yoga tauscht. Sie gönnt sich auch wieder Kuchen und Brot neben ihren üblichen Mahlzeiten, trainiert weitere drei Monate lang mit geringer Intensität und führt dann nach und nach wieder Aktivitäten mit hoher Intensität ein.

Im Nachhinein ist sich die Fitnessexpertin darüber im Klaren, wie das, was gesund aussah und sich gesund anfühlte, HA verursachen konnte: "Das Nachverfolgen von Makronährstoffen („Makros“ zerlegen Lebensmittel in Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß) war wie ein 'Tetris-Spiel' geworden. Man denkt: Dies sind die Zahlen, die ich am Tag schaffen muss. Welche Lebensmittelkombinationen brauche ich?' Es klingt verrückt, aber man gerät in diese Denkweise", erzählt Holly.

Holly Hammill: "Ich fühle mich endlich wie ich."

Heute sind Hollys Nägel nicht mehr brüchig, ihre Haare fallen nicht aus, sie schläft besser und sie genießt sogar die Rückkehr zum Auf und Ab hormoneller Emotionen, nachdem sie sich jahrelang "glücklich, aber emotional flach" gefühlt hat.

Mit dem Anstieg ihrer Kalorienaufnahme kehrt schließlich auch ihr Hungergefühl zurück, was darauf hinweist, dass sich ihr gestresster Körper jahrelang im Überlebensmodus befunden hat.

Ihr Fitnesslevel hat sich kaum verändert und ja, ihr Waschbrettbauch ist weicher geworden, aber es macht ihr nichts aus: "Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich in den Vierzigern bin, aber ich fühle mich endlich wie ich."