Wundgerieben vom Mundschutz: Italienische Krankenschwestern teilen wichtige Botschaft
© sturti / Getty Images
Wundgerieben vom Mundschutz: Italienische Krankenschwestern teilen wichtige Botschaft

Wundgerieben vom Mundschutz: Italienische Krankenschwestern teilen wichtige Botschaft

Zwei italienische Krankenschwestern teilen Bilder in den sozialen Medien, die zeigen wie hoch der Erschöpfungszustand schon fortgeschritten ist. Sie arbeiten rund um die Uhr.

Mittlerweile wütet der Covid-19 weltweit und seit gestern gilt der Ausbruch des Coronavirus sogar als Pandemie, denn es sind bereits mehr als 110 Länder betroffen.

In Italien beläuft sich die Zahl der Infizierten über 10.000 Menschen, das Krankenhauspersonal arbeitet rund um die Uhr. Nun zeigen zwei Krankenschwestern aus Italien in den sozialen Medien, wie stark der Erschöpfungszustand schon fortgeschritten ist.

Ständiges Desinfizieren und Tragen von Schutzkleidung erschöpft ihren Körper und Geist.  Morsa Images / Getty Images

Erschöpfungszustand

Während das ganze Land unter Quarantäne steht, ist die Ansteckungsgefahr vor allem in Krankenhäusern besonders hoch. Krankenschwester Alessia Bonari, die in Mailand arbeitet, hat nicht Angst davor, shoppen zu gehen, sondern fürchtet sich, in der Arbeit angesteckt zu werden.

Ich habe Angst, weil die Maske möglicherweise nicht gut auf dem Gesicht haftet oder ich mich versehentlich mit schmutzigen Handschuhen berührt habe. Oder vielleicht bedeckt die Schutzbrille meine Augen nicht vollständig, und es könnte etwas passiert sein.

Stundenlang trägt sie die Schutzkleidung. Ihr Gesicht ist wundgerieben von dem Mundschutz und der Schutzbrille. Auch psychisch raubt ihr und ihren Kollegen die Arbeit die letzte Kraft:

Ich bin körperlich müde, weil die Schutzvorrichtungen schlecht sind, der Laborkittel mich zum Schwitzen bringt und ich, einmal angezogen, sechs Stunden lang nicht mehr auf die Toilette gehen oder trinken kann. Ich bin psychisch müde, wie alle meine Kollegen, die seit Wochen in der gleichen Verfassung sind.
View this post on Instagram

Sono i un'infermiera e in questo momento mi trovo ad affrontare questa emergenza sanitaria. Ho paura anche io, ma non di andare a fare la spesa, ho paura di andare a lavoro. Ho paura perché la mascherina potrebbe non aderire bene al viso, o potrei essermi toccata accidentalmente con i guanti sporchi, o magari le lenti non mi coprono nel tutto gli occhi e qualcosa potrebbe essere passato. Sono stanca fisicamente perché i dispositivi di protezione fanno male, il camice fa sudare e una volta vestita non posso più andare in bagno o bere per sei ore. Sono stanca psicologicamente, e come me lo sono tutti i miei colleghi che da settimane si trovano nella mia stessa condizione, ma questo non ci impedirà di svolgere il nostro lavoro come abbiamo sempre fatto. Continuerò a curare e prendermi cura dei miei pazienti, perché sono fiera e innamorata del mio lavoro. Quello che chiedo a chiunque stia leggendo questo post è di non vanificare lo sforzo che stiamo facendo, di essere altruisti, di stare in casa e così proteggere chi è più fragile. Noi giovani non siamo immuni al coronavirus, anche noi ci possiamo ammalare, o peggio ancora possiamo far ammalare. Non mi posso permettere il lusso di tornarmene a casa mia in quarantena, devo andare a lavoro e fare la mia parte. Voi fate la vostra, ve lo chiedo per favore.

A post shared by Alessia Bonari (@alessiabonari_) on

Auch ihre Kollegin, die in Cremona arbeitet, wird auf Facebook abgebildet, wo sie erschöpft nach stundenlanger Arbeit über ihrem Computer in Schutzkleidung einschläft.

Posted by Francesca Mangiatordi on Saturday, March 7, 2020

Botschaft an alle: Bleibt zu Hause!

Doch ihre Botschaft soll nicht sein, noch mehr Angst und Schrecken vor der Pandemie auszulösen, sondern den Menschen zu zeigen, dass jeder krank werden kann. Alessia Bonari bittet, selbstlos zu sein und zu Hause zu bleiben, um die Schwächsten der Gesellschaft zu beschützen. Denn auch junge Menschen können erkranken und als Überträger fungieren.

Aber das Horten von Desinfektionsgel wird weniger gerne gesehen. Schließlich benötigen die Krankenhäuser diese viel notwendiger. Während eine Krankenschwester Ex-GNTM-Kandidatin Betty Taube deshalb kritisiert, haben wir Tipps für euch, wie ihr es ganz einfach selbst herstellen könnt.

Von Maximilian Vogel
Letzte Änderung

Keine Verbindung
Bitte Einstellungen prüfen