Männer von Vergewaltigungsvorwürfen entlastet. Der Grund ist beschämend für die Justiz

Männer von Vergewaltigungsvorwürfen entlastet. Der Grund ist beschämend für die Justiz

In Italien wurden zwei Männer von Vergewaltigungsvorwürfen entlastet – die Begründung, die das Gericht gab, macht sprachlos.

Dieser Fall bringt nicht nur Frauenrechtsorganisationen auf die Palme… In Italien wird 2015 eine Frau von zwei Männern vergewaltigt. Der eine verabreicht ihr Drogen und vergreift sich dann in einem Park sexuell an ihr, während der andere Wache steht.

Der Fall ist nun, nach vier Jahren, wieder in aller Munde. Denn nachdem die Männer, ebenfalls peruanischer Herkunft, in erster Instanz zu Haftstrafen verurteilt worden sind, sind sie in Berufung gegangen und das Urteil ist in zweiter Instanz aufgehoben waren. Doch der Kassationshof, Italiens höchstes Gericht, annulliert jetzt diesen Freispruch und ordnet ein neues Verfahren an.

„Zu hässlich, um vergewaltigt zu werden“

Ein derart bewegter Prozessverlauf ist nach Sexualdelikten nicht unüblich, doch was wirklich schockiert, sind die Gründe für den Freispruch. Diese wurden vorigen Freitag veröffentlicht. Die Richterinnen aus zweiter Instanz bewerteten die Frau angesichts ihres Aussehens als „nicht glaubwürdig“. Sie habe sich die Geschichte womöglich nur ausgedacht, um vor ihrer Mutter nicht als Partygängerin und Trinkerin zu gelten.

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Außerdem habe dem angeblichen Vergewaltiger die Frau „nicht einmal gefallen“. Der angebliche Beweis: „In seinem Handy hat er ihre Nummer unter dem Namen 'Wikingermädchen' gespeichert und damit auf ihr alles andere als weibliche Aussehen angespielt." Und weiter: "Das Foto in den Akten scheint das zu bestätigen."

Doch nach Ansicht der Ärzte stimmt die Aussage des Opfers mit den medizinischen Ergebnissen überein. Sie hätten bewiesen, dass die Frau vergewaltigt worden war; auch Spuren von Drogen hat man in ihrem Blut gefunden. Wir warten gespannt darauf, wie das Kassationsgericht urteilen wird.

Lucia Salomon
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