Gorilla-Dame Koko beherrschte die Zeichensprache

Die in aller Welt bekannte Gorilla-Dame Koko, die sich mit Zeichensprache verständlich machen konnte, ist jetzt im Alter von 46 Jahren für immer eingeschlafen. Ein friedliches Ende für eine Primatin nach einem bewegten Leben, das so viele Menschen erstaunt und berührt hat. Wir zeigen die schönsten Bilder.

Gorilla-Dame Koko beherrschte die Zeichensprache
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Gorilla-Dame Koko beherrschte die Zeichensprache

Koko ist am 20. Juni, im Alter von 46 Jahren friedlich entschlafen. So ging das Leben der berühmten Gorilla-Dame, die sich mittels Zeichensprache verständigen konnte in aller Stille zu Ende.

Das Abenteuer des Westlichen Flachlandgorilla-Weibchens begann fernab der afrikanischen Regenwälder und Sumpfgebiete, in denen seine Artgenossen Gorilla gorilla gorilla beheimatet sind. Koko kam am 4. Juli 1971 im Zoo von San Francisco in den Vereinigten Staaten zur Welt. Ein Jahr später nahm sie die Tierpsychologin und Forscherin Francine Patterson in ihre Obhut und unterrichtete sie in der US-Zeichensprache. Damit begann die bisher längste wissenschaftliche Studie zwischenartlicher Verständigung.

Die damalige Doktorandin Penny Patterson an der kalifornischen Stanford University Universität baute mit Hilfe ihres Kollegen Dr. Ronald Cohn eine unglaubliche Beziehung zu dem Gorilla-Weibchen auf und gründete 1974 die gemeinnützige Organisation The Gorilla Foundation (TGF). Ein paar Jahre später zog Koko erneut um, denn Patterson ließ sich 1979 zusammen mit ihr in Monts Santa Cruz im US-Bundesstaat Kalifornien nieder.

Kaum ein Jahr zuvor hatte ihr die Zeitschrift National Geographic im Oktober 1978 eine Reportage gewidmet, in der die Leser unter anderem eine Aufnahme zu sehen bekamen, die die Primatin selbst von sich vor dem Spiegel gemacht hatte. Es war die erste Reportage einer langen Serie, in der 1985 unter anderem eine herzbewegende Geschichte von der Beziehung der Gorilla-Dame mit ihrem Kätzchen All Ball zu lesen war.

Ein erstaunliches Tier voller Verständnis, Auffassungsvermögen und Mitgefühl

„Koko hinterlässt einen tiefen Eindruck. Was sie uns über das Mitgefühl und die kognitiven Fähigkeiten von Gorillas lernen konnte, hat unser Weltbild für immer verändert“, heißt es in einer als Nachruf gedachten Pressemitteilung der Verantwortlichen der Gorilla Foundation.

Außer der Zärtlichkeit und dem Mitgefühl, das Koko ihr Leben lang gezeigt hat, zeichnete sich vor allem durch die Fähigkeit aus, die menschliche Sprache zu verstehen und sich mittels Zeichensprache verständlich zu machen. Dank fleißigen Lernens beherrschte sie mehr als tausend Zeichen der US-Zeichensprache und verstand um die zweitausend englische Wörter.

Zahlreiche Prominente haben Koko besucht und sich mit eigenen Augen ein Bild von ihren Talenten gemacht. Darunter auch der Schauspieler Robin Williams, der eine herzbewegende Begegnung mit der Gorilla-Dame hatte. Die Aufnahmen, die Koko bei ihren verschiedenen Beschäftigungen zeigen, wie sie mit Puppen spielt oder sich um ihr Kätzchen kümmert, haben alle fasziniert, die ihre Lebensgeschichte mitverfolgten.

Umstrittene Methoden

Doch trotz allem Erfolg birgt ihre Geschichte auch Schattenseiten. So haben 2005 zwei Pflegerinnen gegen die Gorilla Foundation prozessiert, weil die Stiftung sie aus pädagogischen Gründen angeblich dazu verpflichten wollte, vor der Primatin ihre Brustwarzen zu entblößen, um das Vertrauensverhältnis mit ihr zu vertiefen. Eine umstrittene Methode, die nichtsdestotrotz Erfolg gehabt haben soll.

"Koko hat die Leben von Millionen Menschen berührt – als Botschafterin der Gorillas und Ikone der Kommunikation zwischen Tieren und Menschen. Sie war beliebt und wird uns fehlen“, heißt es noch in der als Nachruf für Koko gedachten Pressemitteilung der Stiftung. Die Unterart Gorilla gorilla gorilla ist die am häufigsten in Gefangenschaft anzutreffende Gorilla-Art und in freier Wildbahn heute bedauerlicherweise vom Aussterben bedroht.

Koko, der Gorilla, beweint den Verlust seines Adoptivkätzchens. Ein unheimlich rührender Moment. Koko, der Gorilla, beweint den Verlust seines Adoptivkätzchens. Ein unheimlich rührender Moment.