Tierpfleger filmen, wie sich ein riesiger Gorilla ein winziges Baby schnappt

Tierpfleger filmen, wie sich ein riesiger Gorilla ein winziges Baby schnappt

In der Haut dieses Buschbabys oder Galagos, wie die kleinen nachtaktiven Primaten auch heißen, möchten wir nicht stecken. Es findet sich plötzlich einem riesigen Gorilla gegenüber wieder. Doch wie der Menschenaffe, 1,50 Meter groß und 200 Kilo schwer, auf den Winzling reagiert, überrascht das Internet.

Denn nur weil Bobo der ranghöchste Gorilla seiner Gruppe ist und zugegebenermaßen ziemlich furchteinflösend aussieht, ist er deshalb nicht automatisch böse. Erst vor kurzem hat uns ein Video begeistert, in dem ein Gorilla einen kleinen Jungen beschützt, der in ein Zoogehege gefallen war. 

Auch Bobo, seinerseits ein Westlicher Flachlandgorilla im Mefou Sanctuary Park, einem kamerunischen Schutzgebiet, geht liebevoll mit einem kleinen Buschbaby um. Das 24-jährige Gorilla-Männchen kommt mit zwei Jahren in das Schutzgebiet, nachdem seine Mutter Wilderern zum Opfer fällt. Mehr als zwanzig Jahre später ist der mächtige Silberrücken-Gorilla das dominante Männchen einer aus drei Weibchen und drei Männchen bestehenden Gruppe.

Ranghöchster und trotzdem behutsam und liebevoll 

Was ihn ganz offensichtlich nicht daran hindert, unglaublich behutsam und zart zu sein. Er spielt mit seinem neuen kleinen Freund, lässt ihn auf sich herumkrabbeln und beschützt ihn vor den Augen der anderen Gorillas.

Auf der Facebook-Seite der für den Mefou Sanctuary verantwortlichen Non-Profit-Organisation Ape Action Africa steht zu lesen: „Unser Silberrücken Bobo hat sich einen neuen Freund gefunden, ein kleines Buschbaby! Unsere Mitarbeiter waren überrascht, ihn dabei zu beobachten, wie er das kleine Tierchen streichelte und waren beeindruckt, wie behutsam er damit umging“.   

Buschbabys oder Galagos sind 20 bis 80 cm große nachtaktive Primaten. Auch sie leben mit mehr als 300 anderen gefährdeten Primaten im Mefou Sanctuary der Tierschutzorganisation Ape Action Africa in Kamerun. Das Schutzgebiet für gefährdete Gorillas, Schimpansen und andere Affen nimmt Tiere auf, die als Waisen und Opfer von Wilderei oder der Zerstörung ihres Lebensraums ein neues Zuhause suchen.

Die beiden verbringen mindestens zwei Stunden so zusammen

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„Die anderen Mitglieder der Gruppe waren neugierig, vor allem sein Lieblingsweibchen Avishag, doch Bobo hielt sie auf Distanz, um sicher zu gehen, dass niemand seinem neuen Freund zu nahe kommt“, heißt es auf der Facebook-Seite. „Galagos sind nachtaktive Tiere und man bekommt sie nur selten zu Augen. Noch seltener gelingt es, eine solche Begegnung mit einem anderen Primaten zu beobachten. Das Buschbaby fühlte sich sichtlich wohl in Bobos Armen, spielte im Gras um ihn herum und kehrte dann wieder in seine Hand zurück". 

Nach zwei Stunden gemeinsamen Spielens lässt Bobo seinen neuen Freund wieder gehen. Doch er lässt ihn nicht einfach auf der Lichtung alleine, sondern bringt ihn zurück an den Waldrand und setzt ihn dort behutsam und in sicherer Höhe auf einem Ast ab. Diese Geschichte zeigt wieder einmal, zu wie viel Liebe die großen Gorillas fähig sind.

Zoe Klaus
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