Dreiste Hartz-IV-Äußerung von Jens Spahn (CDU): So antwortet eine Mutter
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Hartz-IV-Äußerungen von Spahn (CDU): Jetzt spricht eine Mutter Klartext

Von Fred Eilig
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E. Kremplewski ist 62 Jahre alt. Sie hatte mehrere Jobs, lebt jetzt seit Jahren von Hartz IV. Weil sie die Worte von Jens Spahn wütend machen, schrieb sie ihm einen offenen Brief.

In ihrem Brief, der von Huffpost veröffentlicht worden ist, erinnert E. Kremplewski an das, was Spahn gesagt hat: „Hartz IV bedeutet nicht Armut, sondern ist die Antwort unserer Solidargemeinschaft auf Armut“. Mit Hartz IV habe „jeder das, was er zum Leben braucht“.

E. Kremplewski widerspricht Spahn: Hartz IV sei nicht leben, sondern vegetieren. Die finanzielle Versorgung reiche als Grundsicherung. „Für ein erfülltes Leben braucht es aber mehr als ein Dach über dem Kopf und ein Taschengeld, um sich beim Discounter mit Nahrungsmitteln versorgen zu können.“

Realitätsverlust bei Spahn?

Die Autorin des Briefes kritisiert, dass Spahn als Bundestagsabgeordneter seit Jahren gut verdiene. Im fehle deshalb wohl der Bezug zur Wirklichkeit: „So einen Realitätsverlust sollten Sie sich in Ihrer Position nicht leisten dürfen.“

Über ihre persönliche Situation schreibt E. Kremplewski: „Ich habe einen Minijob in einem Supermarkt, wo ich bis zu 450 Euro verdiene, davon darf ich 165 Euro behalten. Kann ich mir so eine solide Existenz aufbauen? Natürlich nicht.“ Ihre Bekannten würden sie regelmäßig fragen, wie sie von so wenig Geld leben könne.

„Ein System, das Armut produziert“

Hartz IV sei keine langfristige Lösung. E. Kremplewski fragt: „Wie kann ein System, das Armut produziert, die Antwort auf Armut sein? Hartz IV sollte kein Dauerzustand sein, denn Menschen in so einem reichen Land wie Deutschland dürfen nicht langfristig am Existenzminimum leben. Leider ist Hartz IV für viele Menschen, gerade im höheren Alter, eine Endhaltestelle.“

In einem Punkt gibt sie Spahn allerdings recht: Deutschland habe tatsächlich eines der besten Sozialsysteme der Welt. Doch das reiche eben noch nicht aus.

E. Kremplewski schließt ihren Brief mit einem Appell: „Ich hoffe, Sie nehmen sich meinen Brief zu Herzen. Ich würde mir wünschen, dass Sie Ihre Meinung zur Armut in Deutschland überdenken und sich noch einmal tiefer gehend fragen, was wir für ein erfülltes und würdiges Leben benötigen.“

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