Kranke Frau macht etwas mit Asylbewerbern. Sie will anonym bleiben.

Eine Frau aus Bayern hat vier junge Eritreer bei sich aufgenommen. Sie leidet an Multipler Sklerose und ihre Nächstenliebe kennt keine Grenzen, denn jetzt lässt sie sogar ein eigenes Haus für die Asylbewerber bauen.

Kranke Frau macht etwas mit Asylbewerbern. Sie will anonym bleiben.
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Eine Geschichte, die zeigt, wie aus Fremden Nachbarn und aus Nachbarn Familie werden können. Bisher war Angelika S. (Namen geändert) im Leben komplett auf sich allein gestellt. Die 50-Jährige leidet seit 20 Jahren an multipler Sklerose, hat deswegen keine eigenen Kinder.

Angst vor Anfeindungen

Ihren echten Namen und ihren Wohnort will Angelika S. nicht verraten, sie hat zu viel Angst vor Anfeindungen, wenn auch nicht aus dem Kreis ihrer Nachbarn. Von diesen höre sie mittlerweile nur freundliche Kommentare. Dennoch wollte sie sich nicht scheuen, ihre Geschichte zu erzählen, "damit man zu dem Thema auch mal was Positives hört.“

Neues Glück trotz Krankheit

Bevor sie krank wurde, war Angelika S. viel gereist. Jetzt, so sagt sie “ist die Welt zu mir gekommen.“ Als in ihrer Nachbarschaft, in die Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, jungen Eritreer zogen, begann die Annäherung. Immer wieder seien die Jungs zu ihr gekommen und hätten bei Gartenarbeiten oder Ähnlichem geholfen, auf dem Grundstück, das die Frührentnerin von ihren Großeltern geerbt hatte.

Anerkannte Asylbewerber mit Ausbildungsplätzen

Alle vier jungen Männer sind anerkannte Asylbewerber, die arbeiten dürfen, drei von ihnen haben bereits einen Ausbildungsplatz, einer besucht noch die Integrationsklasse der Berufsschule. Da die drei Schreiner, Glaser und Steinmetz werden wollen, ist auch geplant, dass sie an der Fertigstellung des Hauses tatkräftig mitwirken sollen.

Harmonisches Zusammenleben trotz Platzmangel

Auch jetzt, wo alle zusammen in dem alten und eigentlich viel zu kleinen Haus von Angelika S. leben, gibt es keinen Streit - im Gegenteil. Es wird zusammen gekocht, gegessen und gelacht. Angelika S. erzählt: „Ich werde total respektiert, auch als Frau. Sie hören auch auf meine Ratschläge.“ Ob das Zusammenleben so problemlos verlaufen würde, wenn es sich um vier junge Deutsche handeln würde, ist sich die Frührentnerin hingegen nicht sicher.

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