Brachyzephalie: Der gefährliche Trend bei Hunden ist nicht mehr aufzuhalten

Brachyzephalie: Der gefährliche Trend bei Hunden ist nicht mehr aufzuhalten

Hunde sind der Deutschen liebstes Haustier. Gehörst du dazu, ist es wenig wahrscheinlich, dass dein Liebling zu den Hunden mit "Brachyzephalie" gehört. Darunter leiden v.a. Möpse, Boxer oder Bulldoggen. Wir sagen dir, worum genau es dabei geht und warum das für viele der Tiere fatal ist.

Es gibt viele kleine Hunde mit knuffigen Gesichtern, aber manche von ihnen leiden an zahlreichen Krankheiten und das alles nur wegen der Ansprüche der Käufer.

Modephänomen Brachyzephalie

Hunde mit "Brachyzephalie" haben als Eigenschaft eine sehr flache Schnauze und große Augen, die ihre Besitzer weich werden lassen. Je beliebter sie werden, desto flacher wird ihre Schnauze und desto mehr leiden sie an schweren gesundheitlichen Problemen. Diese Schäden können unter anderem auch zu schwerer genetischer Verarmung führen.

Mit ihrem ein wenig kindlichen Erscheinungsbild, das zurzeit sehr beliebt ist, weil es den aktuellen Schönheitskriterien entspricht (sehr große Augen, kleiner Mund, leicht pikierter Gesichtsausdruck) reißen sich Hundekäufer bei Züchtern und Tierheimen um Hunde der Rassen Boxer, Bulldogge, Mops, Cavalier King Charles oder Shih-Tzu.

Angesichts der explodierenden Nachfrage wird die genetische Selektion letztlich immer drastischer und das Gesicht immer eingedrückter. Leider zahlen die Hunde dafür einen hohen Preis, während die Käufer auch bereit sind, hohe Summen auszugeben, um sich ein solches Haustier zuzulegen.

Promis lieben kurzschnäuzige Hunde

Diese hohe Nachfrage an kurzschnäuzigen Hunden ist nicht zuletzt zahlreichen Prominenten geschuldet, die pausenlos Fotos von sich mit ihrem Mops oder ihrer französischen Bulldogge in den sozialen Netzwerken posten. Diese Fotos, die ihnen einen virtuellen Bekanntheitsgrad geben, erhöhen und verursachen die Begierde nach Öffentlichkeit, einen auf ihren Lieblingsstar zu machen und sich auch ein Schoßhündchen anzuschaffen.

Dabei gibt es diese Schwärmerei für Hunde mit platten Schnauzen nicht erst seit gestern. Die Rasse Bulldogge beispielsweise wurde erstmals im 16. Jahrhundert gezüchtet und, wie der Name schon verlauten lässt, wurde dieser Hund dafür gezüchtet, um in Arenen gegen Stiere zu kämpfen. Seine kurze Schnauze war ein großer Trumpf im Kampf gegen seinen Gegner.

Aber auch die königlichen Herrschaften Europas ließen sich gerne von Hunden mit platter Schnauze umgeben. Boxer, Pekinesen und Cavalier King Charles waren am französischen, spanischen und englischen Hof sehr geschätzt.

Während sie zunächst hauptsächlich von Leuten der oberen Schicht geschätzt wurden, werden sie heutzutage von Stars als modisches Accessoire zur Schau getragen.

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Immer mehr verfälscht

Die genetische Verarmung nimmt ihren Lauf, um der immer größeren Nachfrage gerecht zu werden. Dass die Konsequenzen für das Wohl der Hunde verheerend sind, ist dabei kein Wunder. Ein verkürzter Gaumen und verstopfte Nasenlöcher sorgen dafür, dass die Tiere zahlreiche Krankheiten erleiden müssen. Dazu gehören Atemprobleme, Herzprobleme, Schnarchen, Hitzeempfindlichkeit, Fettleibigkeit und vor allem eine Lebenserwartung, die um die Hälfte verkürzt ist.

Immer mehr Hundekäufern sind die Krankheiten geläufig. Diese denken meist noch einmal ganz genau nach, bevor sie sich einen kurzschnäuzigen Hund kaufen, doch ein großer Anteil präventiver Arbeit steht noch bevor.

Simone Haug
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