Hunde-Führerschein: Gründe dafür und dagegen, wo gibt es ihn?
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Hunde-Führerschein: Gründe dafür und dagegen, wo gibt es ihn?

Von Hundehaltern, die mit ihren Hunden nicht zurecht kommen und ihr Tier nicht unter Kontrolle haben, hört man in letzter Zeit leider immer mehr. Vor allem bei Kampfhunden kann ein falscher Umgang zur großen Gefahr werden. Nach drei tragischen Fällen von Beißattacken auf Menschen werden immer mehr Stimmen laut, die einen bundesweiten Hundeführerschein fordern. Wir erklären euch, worum es geht.

Kurz nach der Beißattacke von Staffordshire-Terrier Chico, durch die sein 27-jähriges Herrchen und seine Mutter ums Leben gekommen sind, wurde ein zweiter Fall bekannt, bei dem ein Kampfhund ein Baby aus Hessen einen tödlichen Biss in den Kopf zugefügt haben soll. Als Konsequenz auf die sich immer schneller häufenden Attacken fordert der deutsche Tierschutzbund einen bundesweiten Hundeführerschein.

Hundeführerschein in Niedersachsen Pflicht

"Es geht darum, die Sachkunde der Hundehalter zu verbessern - und zwar in allen Bundesländern“, so Verbandspräsident Thomas Schröder. Dagegen habe es keinen Sinn, Rasselisten mit angeblich gefährlichen Rassen zu erfinden, fügte er weiter hinzu. In Niedersachsen ist ein Hundeführerschein schon seit 2013 für alle Hundehalter Pflicht, Rasselisten wie in anderen Bundesländern gibt es dort nicht, stattdessen wird die Gefährlichkeit eines jeden einzelnen Hundes geprüft.

In Niedersachsen besteht der Hundeführerschein aus einer theoretischen Prüfung, die vor der Anschaffung eines Hundes absolviert werden muss und einer praktischen Prüfung, die mit dem Hund ein Jahr nach der Anschaffung abgelegt werden muss.

Hundeführerschein: Was spricht dafür?

Mit der Einführung eines bundesweiten Hundeführerscheins sollen Hundehalter darauf sensibilisiert werden, wie ein richtiger Umgang mit einem Hund auszusehen hat. Damit kann verhindert werden, dass Hunde aus einer Laune heraus gekauft werden, ohne sich über die Konsequenzen bewusst zu sein.

Mit einem Hundeführerschein werden dem zukünftigen Hundehalter im Theorieunterricht Kenntnisse über das Sozialverhalten und die richtige Haltung der Hunde vermittelt. In der praktischen Prüfung muss der Halter zeigen, dass er mit seinem Hund kontrolliert in Alltagssituationen zurecht kommt. Somit ist der Hundehalter verpflichtet, sich ausgiebig mit seinem Hund zu beschäftigen und zu beweisen, dass er mit ihm richtig umgehen kann.

Durch diese Hürde können in Zukunft überforderte Tierhalter möglicherweise umgangen und Situationen von schwerwiegenden Hundeangriffen auf Menschen vermieden werden.

Hundeführerschein: Was spricht dagegen?

Viele, die von der Einführung eines Hundeführerscheins gehört haben, fragen sich, ob es wirklich nötig ist, noch mehr Vorschriften einzuführen und die Freiheit einmal mehr einzuschränken.

Durch einen Hundeführerschein wird Kontrolle und Bürokratie noch mehr in die Höhe getrieben, zusätzlich zu den Kosten, die zu den Anschaffungs-, Tierarzt- und Nahrungskosten noch hinzukommen.

Außerdem stellt sich die Frage, ob das Problem attackierender Hunde einfach gelöst ist, wenn Regeln und Kontrollen eingesetzt werden, oder ob die Halter trotz Führerschein nicht mit ihrem Hund zurecht kommen.

Von der Redaktion

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