Alarmierende Erkenntnis: Weltweit fehlen 23 Millionen Frauen

Alarmierende Erkenntnis: Weltweit fehlen 23 Millionen Frauen

Die Ein-Kind-Politik und die "selektiven Abtreibungen" haben Indien und China in eine dramatische Situation gebracht: Es herrscht großer Frauenmangel.

Wo sind die Frauen? Laut einer Studie unter der Leitung von Fengqing Chao von der Universität Singapur, die im PNAS-Magazin veröffentlicht wurde, fehlen zwischen 1970 und 2017 weltweit im Schnitt 23 Millionen weibliche Neugeborene. Besonders ausgeprägt ist dieses Phänomen in China und Indien, den beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Welt, die allein ein Drittel aller Geburten weltweit ausmachen. 

Die Situation ist beispiellos. Indien und China fehlen 10,6 bzw. 11,9 Millionen Frauen. Dieses Defizit steht vor allem mit der Ein-Kind-Politik in Zusammenhang, die 2015 im Reich der Mitte abgeschafft wurde. Aber auch wegen der "selektiven Abtreibungen", die verboten, aber in einigen Fällen praktiziert werden, wenn das Kind ein Mädchen werden sollte.

Das Ergebnis dieser Praktiken ist alarmierend: Beide Länder brauchen dringend mehr Frauen, so die Beobachtungen von Human Rights Watch. Während bei natürlichen Geburten die Zahl der Frauen und Männer im Erwachsenenalter ähnlich ist, gibt es in Indien und China derzeit 80 Millionen weniger Frauen als Männer. 

Eine alptraumhafte Situation  

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Eine Situation, die dramatische Folgen hat. Viele Männer werden nicht heiraten können. Und einige von ihnen setzen daher auf eine radikale Lösung: den Menschenhandel. Sie kaufen Frauen in den umliegenden Ländern - Myanmar, Kambodscha oder Vietnam - und heiraten sie gegen den Willen der Frau. Sie werden dann "in einem Raum eingesperrt und immer wieder vergewaltigt, um sie schnell zu schwängern, damit sie der Familie ein Baby gebären. Nach der Geburt dürfen einige gehen, müssen aber ihre Kinder zurücklassen", sagt Heather Barr in einem Bericht in der französischen Zeitung Le Figaro.

Um den Trend umzukehren, empfiehlt Human Rights Watch, die eigentlichen Ursachen des Problems anzugehen: Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern.   

Fred Eilig
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