Milchtritt: Warum treteln Katzen mit den Pfoten?

Milchtritt: Warum treteln Katzen mit den Pfoten?

Katzen haben zur Angewohnheit, die Stelle mit ihren Pfoten zu bearbeiten, zu treteln, zu kneten und zu massieren, auf der sie es sich bequem machen wollen. Ganz gleich, ob es sich dabei um unseren Schoß, eine Decke oder ein Kissen handelt, dieses Verhalten unserer Samtpfoten haben Wissenschaftler zu erklären versucht. Handelt es sich um einen kindlichen Milchtritt, eine vererbte Gewohnheit zum Vorbereiten des Schlafplatzes oder einfach darum, Duftmarken zu hinterlassen und ihr Territorium oder Eigentum zu markieren? Im Video verraten euch drei mögliche Erklärungen.

Unsere lieben Stubentiger und Samtpfoten! Wir sehen ihnen nur allzu gerne zu, sei es zu Hause oder auf dem Bildschirm. Ihre Streiche und Kapriolen machen auf unzähligen Videos die Runde im Netz. Wir können ihnen stundenlang zusehen! Sind sie nicht süß und herzallerliebst? Sie miauen, sie schnurren, und vor allem: sie treteln und massieren. Wir alle haben das schon mehr als einmal beobachtet. Jeder Katzenhalter hat das schon miterlebt: da liegt sie bequem auf einer Decke oder auf dem Schoß, beginnt sich zu strecken und fängt an, mit ihren Vorderpfoten zu treteln, kneten und massieren. Doch warum machen sie das? Wie ist dieses Verhalten zu interpretieren? Für die Wissenschaft ist das kein Problem! Wissenschaftler haben sich mit diesem Verhalten auseinandergesetzt und haben gleich mehrere Hypothesen zu seiner Deutung parat.

Ein Reflex, den sie aus ihrer Kindheit beibehalten hat

Das Treteln, Kneten und Massieren unsere Hauskatzen, der sogenannte Milchtritt, kann eine Kindheitserinnerung sein. Tatsächlich massieren junge Kätzchen mit dieser Trampelbewegung den Bauch ihrer Mutter, um die Milchdrüsen zu stimulieren und den Milchfluss anzuregen. Diesen Reflex behält die erwachsene Katze bei, sozusagen als „Überbleibsel aus ihrer Kindheit“.

Diese Erklärung macht Sinn, denn sowohl bei der jungen als auch bei der erwachsenen Katze kommt das Verhalten meist kurz vor einem wohlverdienten Verdauungsschläfchen vor und wird von behaglichem Schnurren begleitet. Das Verdauungsschläfchen braucht ein Kätzchen, um seine Milch zu verdauen. Doch auch viele erwachsene Katzen, die keine Milch mehr trinken, machen es noch.

Nach Ansicht der Experten der amerikanischen Tierschutzgesellschaft ASPCA, halten uns unsere Katzen gewissermaßen für ihre Eltern. Dafür spricht die Tatsache, dass sie mit uns miauen. Tatsächlich miauen in der Natur nur junge Katzen mit ihren Eltern. Erwachsene Katzen miauen nur selten untereinander.  

Ein vererbtes Verhalten

Eine andere wissenschaftliche Hypothese versucht, das Treten und Trampeln der Katze als vererbtes Verhalten zu erklären. Die Internet-Seite PetMD vertritt die Ansicht, dass es sich bei diesem Verhalten um eine vererbte Angewohnheit handelt, die unsere Hauskatze noch von ihren wilden Vorfahren hat. „Die wilden Vorfahren unserer Hauskatzen pflegten ihre Schlaf- und Ruheplätze weich zu trampeln, bevor sie sich zum Schlafen oder für die Geburt niederlegten,“ lautet die Erklärung auf ihrer Webseite.

Die afrikanischen Falbkatzen, die Urahnen unserer heutigen Hauskatzen, bereiteten den Boden vor, indem sie Gräser und Laub mit ihren Pfoten flachdrückten und sich damit versicherten, dass unerwünschte Insekten oder Parasiten nicht ihren Schlaf oder ihre Geburt störten.

Sie markiert damit ihr Territorium und drücken ihre Zuneigung aus

Katzen markieren gern ihr Territorium und ihr Eigentum, indem sie Duftmarken hinterlassen. Entweder reiben sie sich und hinterlassen Pheromone oder sie urinieren und setzen so ihre Duftmarken. Doch auch unter ihren Pfötchen hat sie Duftdrüsen. Diese setzen beim Treteln bzw. Massieren gewisse Duftstoffe frei, mit denen die Katze ihren Artgenossen signalisiert: „Das ist mein Eigentum!“ 

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Wieder andere heben hervor, dass die Katzen einfach gerne treteln und massieren, weil sie diese wiederholte Bewegung entspannt und ein angenehmes Gefühl in den Pfoten erzeugt. Doch eines ist sicher, was auch immer der Grund für dieses Verhalten sein mag:  Es handelt sich um ein Zeichen des Vertrauens und des Wohlbehagens. "Wenn du eine Katze hast, die ihre Decke oder, noch besser, deinen Schoß mit den Pfoten bearbeitet, so tut sie das, weil sie sich wohlfühlt und sich geliebt fühlt, erklärt Katie Armour von der Tierschutzgesellschaft von Massachusetts auf der Webseite The Dodo.

„Du solltest das als Zeichen der Zuneigung betrachten,“ fügt die Tierexpertin hinzu. „Das Massieren geschieht voll guter Absichten!“

 

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Zoe Klaus
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