Katzenseuche auf dem Vormarsch
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Katzenseuche auf dem Vormarsch

Wenn die Katze ihr Fressen nicht mehr anrührt, immer wieder erbricht, Durchfall und hohes Fieber hat und nur noch apathisch in der Ecke sitzt, hat sie sich vermutlich mit dem Virus Panleukopenie angesteckt, besser bekannt unter dem Namen „Katzenseuche“. Die Ansteckung mit dem Virus verläuft in den meisten Fällen tödlich. Die aktuelle Ausbreitung der Krankheit sorgt für Besorgnis!

Nicht nur die Katzenseuche greift um sich, auch Katzenschnupfen hat Hochkonjunktur. Doch warum kommt es derzeit vermehrt zu solchen Krankheiten bei den Samtpfoten?

Mangelhafte Impfbereitschaft

Der Grund ist schlicht und ergreifend, dass viele Besitzer es nicht mehr einsehen, ihre Vierbeiner impfen zu lassen. Barbara Willi, Leiterin Klinische Infektiologie und Mitglied der Impfkommission der Schweizerischen Vereinigung für Kleintiermedizin, erklärt den Sachverhalt folgendermaßen: „Wir behandeln in der Kleintierklinik regelmäßig Katzen, die sich mit schweren Infektionskrankheiten angesteckt haben, weil ihr Impfschutz ungenügend war.“ Die Medizinerin erläutert: „Immer noch halten es viel zu viele Besitzer für unnötig, ihr Tier überhaupt zu impfen oder es regelmäßig nachzuimpfen.“

Gefährliche Folgen

Kommt eine Katze mit einem gefährlichen Virus dann zum Tierarzt, steckt sie die ungeimpften Katzen, die sich dort befinden, leicht an. So geschehen 2016, als eine Katze einen aggressiven Katzenschnupfenvirus in die Zürcher Kleintierklinik einschleppte und innerhalb von kürzester Zeit 19 Patienten mit dem aggressiven Virenstamm ansteckte - 10 der Katzen starben schließlich daran. Willi erläutert: „Fälle von Katzenseuche häufen sich“, sagt sie. So habe sie in den letzten zehn Jahren fünf Fälle erlebt, in denen Katzen das Virus verbreitet hätten. „Rund 30 Tiere steckten sich an. Einige konnten wir nicht mehr retten, weil das Virus von einem aggressiven Virenstamm kam.“

Impfen als Schutz

Barbara Willi fordert alle Katzenbesitzer zu Impfungen auf, indem sie dem Gerücht, dass manche Krankheiten ausgerottet seien, vehement widerspricht: „Davon sind wir noch weit entfernt. Damit sich ein Infektionserreger nicht ausbreitet, braucht es eine Durchimpfungsrate von über 70 Prozent.“ Außerdem gebe es streunende Katzen, die ohne Impfung natürlich ein Reservoir für Infektionen darstellen. Willi fügt hinzu: „Gewisse Viren sind zudem sehr resistent. Sie können in einer Umgebung bis zu einem Jahr überleben.“ Die beste Methode, die eigene Katze zu schützen und die Ausbreitung von gefährlichen Virenstämmen zu unterbinden, ist und bleibt ein umfassender Impfschutz.

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Von der Redaktion

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