Rassekatzen: Sind sie überzüchtet?

Rassekatzen: Sind sie überzüchtet?

Vererbung ist nicht nur beim Menschen ein wichtiges Thema, wenn es beispielsweise um Erbkrankheiten geht, sondern auch bei Tieren. Mit den heutigen Möglichkeiten suchen viele gezielt nach Haustieren, die bestimmte Eigenschaften aufweisen oder das Beste aus zwei Rassen vereinen. Dazu gehören sogenannte Rassekatzen.

Wir versuchen, die Trends bei Rassekatzen zu überblicken und zu prüfen, ob man von einer Überzüchtung sprechen kann.

Bevor wir richtig ins Thema einsteigen, vielleicht einmal kurz gefragt: Was soll eine Züchtung bieten und worum geht es dabei? Zucht ist bei Tieren ein bewährtes Mittel zur Arterhaltung, viele Rassen wären durch den beherzten Einsatz von Züchtern heute nicht mehr existent.

Es gibt aber das Risiko, dass Züchter sich stark nach den Vorlieben und Vorgaben ihrer Kundschaft richten, sodass am Ende von einer Überzüchtung oder einer Fehlzüchtung die Rede ist. Ein Paradebeispiel dafür ist bei Hunden sicherlich der Mops - doch wie verhält es sich bei sogenannten Rassekatzen?

Die Zucht von Rassekatzen: Ein Geschäft seit einigen hundert Jahren

Katzen sind nicht erst seit gestern ein überaus beliebtes Haustier, sondern galten bereits im alten Ägypten als Statussymbol. Daran konnten frühe Verbote des Katzenhandels nichts ändern. Über Griechenland vermutet man dann die schrittweise Verbreitung der Katze in allen Winkel unseres Kontinents. Katzen hatten dabei immer eine bestimmte Funktion, etwa um Getreidedepots von Mäusen freizuhalten. Im Lauf der Zeit waren dann bestimmte Rassekatzen beliebt bei Händlern, Seeleuten und auch in Städten. Die wichtigste Erkenntnis dabei: Die Zucht von Rassekatzen verändert nicht nur das Aussehen, sondern auch die Genetik und vor allem das Auftreten von Krankheiten.

Sind immer neue Züchtungen bereits ein Zeichen für eine Überzüchtung von Rassekatzen?

Wer im Biologieunterricht nicht nur Hausaufgaben abgeschrieben oder sich eine Pause gegönnt hat, der weiß um die Vorteile der Evolution. Mit der Zeit werden Mensch und Tier robuster, können sich besser an äußere Umstände anpassen und damit ihr Überleben sichern. Wenn wir das jetzt auf Rassekatzen übertragen, die seit Generationen reinrassig gezüchtet werden, dann wurde dieser Selektionsprozess irgendwann gestoppt.

Eine reingezüchtete Katze weist dann bestimmte Charaktereigenschaften auf, ist genetisch sowie vom Phänotyp (Äußeres) praktisch nicht von anderen zu unterscheiden. Klassische Beispiele für Rassekatzen, die von der Hauskatze und bestimmten Mutationen abstimmen, sind die Manx-Katze, die Sphynx, aber auch Point-Rassekatzen und andere.

Tierschutz in Deutschland: Ein Mittel gegen die Überzüchtung von Rassekatzen?

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Auch wenn der Gesetzgeber es verbietet, bestimmte Merkmale gezielt zu züchten, die bei dem Tier zu Schmerzen führen, so existieren weiterhin unzählige Überzüchtungen in diesem Land. Ein krasses Beispiel dafür sind Sphinx-Katzen, die gar kein Fell aufweisen und logischerweise als Nacktkatzen bezeichnet werden. Solche Katzen sind Kälte schutzlos ausgeliefert, der Körper produziert ständig Wärme - der Kalorienbedarf steigt, diese Rassekatze muss dann deutlich mehr fressen und steht bei fehlender Nahrung massiv unter Stress. UV-Sonneneinstrahlung ist ebenso gefährlich, zugleich fehlen ihnen Tasthaare, was die Kommunikation mit Artgenossen erschwert.

Bitte informiere dich vorab ausgiebig über die Eigenschaften bestimmter Rassekatzen und unterstütze durch dein Handeln eine verantwortungsvolle, auf das Wohl der Tiere abzielende Zucht. Nur so kannst du den Züchtern die Existenzgrundlage nehmen, was vielleicht ein Umdenken mit sich bringt.

 

Simone Haug
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