Warum dir deine Katze so gern ihren Hintern zeigt

Warum dir deine Katze so gern ihren Hintern zeigt

Das haben praktisch alle Katzenbesitzer schon erlebt: Deine Katze streicht um dich herum, bleibt dann mit erhobenem Schwanz und krummem Rücken vor dir stehen und zeigt dir ihr Hinterteil. Warum tut sie das bloß?

Das ist eine klassische Situation: Da sitzt du ruhig vor dem Fernseher und plötzlich kommt deine Katze zu dir. Sie springt zu dir aufs Sofa und fängt an, sich an dir zu reiben. Sie will gestreichelt werden. Doch statt sich einfach auf deinen Schoß oder zu dir aufs Sofa zu setzen, dreht sie sich um und hebt den Schwanz. Mit dem Ergebnis, dass sie dir jetzt ihren Po vor die Nase hält.

Logischerweise findet es kein Katzenbesitzer schön, gerade das Hinterteil seiner Katze unter der Nase zu haben, packt sie und schiebt sie weg. Dabei ist dieses Verhalten schmeichelhafter für ihn, als er denkt (übrigens ist es auch nicht schlimm, wenn deine Katze dich manchmal ignoriert). Das behauptet jedenfalls die Katzenexpertin und Autorin zahlreicher Bücher über das Verhalten von Katzen Amy Shojai.

Auf den Geruch kommt es an

Katzen sind soziale Tiere. Sie reagieren aufeinander, wenn sie sich begegnen und kommunizieren miteinander. Wenn es bei der Begegnung zu keiner feindseligen Reaktion kommt, werden sich die beiden Fellnasen erst einmal gegenseitig beschnüffeln. Und das tun sie zuerst im Gesicht und am Hals. An diesen Stellen produzieren sie Pheromone (ein von Menschen und Tieren abgesonderter Duftstoff), die als "Freundschaftssignal" verstanden werden.

Durch Beschnüffeln der Gesichts- und Halspartien verlieren sie die Angst voreinander und auch ein Gefühl von Aggressivität vor dem Unbekannten. Der Katzenexpertin Amy Shojai nach entspricht das einer Begrüßung. So in etwa, wie wenn wir Menschen bei der Begrüßung mit dem Kopf nicken. Doch bei der Katze geht das noch viel weiter.

Haben sich zwei Katzen erst einmal im Gesicht und am Hals beschnüffelt, kommen andere geruchsmäßig informationsreiche Körperstellen dran, nämlich die Flanken und schließlich das Hinterteil. "Hier befindet sich die olfaktorische (den Riechnerv betreffend) Visitenkarte der Katze", erklärt die Expertin. Hebt die Katze den Schwanz, gewährt sie ihrem Gegenüber einen Blick auf ihre privatesten Zonen und gibt ihm Gelegenheit, sie zu beschnuppern und so Bekanntschaft mit ihr zu machen.

Ein Zeichen der Freundschaft und des Vertrauens

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Das Hinterteil zuwenden, den Schwanz heben und sich beschnuppern lassen, ist ein Vertrauensbeweis und vergleichbar mit einer freudigen Umarmung oder einem Kuss auf die Wange bei der menschlichen Begrüßung. Doch warum macht die Katze das auch mit ihrem Besitzer? Erwartet sie etwa, von ihrem Menschen beschnüffelt zu werden? Nein, natürlich nicht! So lieb sie dich auch haben mag, sie weiß schon, dass du keine Katze bist.

Laut Amy Shojai kommt dieses Verhalten einer Vertrauensbekundung gleich und ist als Freundschaftsbeweis zu verstehen. In der Katzensprache entspricht das in etwa "einem großen Kompliment zwischen Freunden, die sich vertrauen", erklärt die Katzenexpertin auf der Webseite The Spruce Pets.Auch Kuscheleinheitensprechen dafür, dass deine Katze dir vollends vertraut und sich bei dir geborgen fühlt.

Simone Haug
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