Warum haben Katzen senkrechte Pupillen?

Warum haben Katzen senkrechte Pupillen?

Dank einer Studie konnte das Geheimnis darüber gelüftet werden, warum die schlitzförmigen Pupillen bei Katzen senkrecht, bei Schafen oder Ziegen hingegen waagerecht sind.

Oft wird gesagt, dass die Augen der Spiegel der Seele sind. Laut den Forschern der University of California in Berkeley geben sie aber vor allem auch Aufschluss darüber, wie ein Raubtier lebt und jagt. Das legt zumindest eine Studie nahe, die in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht wurde.

Pupillenformen unterscheiden sich 

Nicht alle Tiere haben dieselbe Pupillenform. Manche Arten, wie etwa Katzen, haben einen senkrechten Schlitz, bei anderen ist dieser Schlitz waagerecht. Diese Form ist laut neuesten Erkenntnissen auf die Lebensweise ihrer Besitzer zurückzuführen. So sind senkrechte Pupillenschlitze etwa bei nachtaktiven Raubtieren häufiger, die ihre Beute für gewöhnlich überraschen.

Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, untersuchte ein Forscherteam unter der Leitung von Martin Banks 214 an Land lebende Tierarten – und zwar sowohl Raubtiere als auch Nicht-Raubtiere. Die Forschung bestand darin, die Pupillenform mit der Lebensweise und der Rolle der Tiere in ihrer Umgebung in Verbindung zu setzen.

Senkrechte vs. waagerechte Pupillen

Die Ergebnisse legen nahe, dass bei Raubtieren, die sich zum Jagen auf die Lauer legen, die Pupillen mit höherer Wahrscheinlichkeit in Form eines senkrechten Schlitzes sind. Dieses Merkmal trifft besonders stark auf Tiere zu, die ihre Beute nachts in der Dunkelheit jagen.

Dazu zählen etwa Katzen oder Schlangen. Diese haben ein spezielles Nachtsichtsystem entwickelt, um die Tiefe von Objekten und die Entfernung zwischen ihnen und der Beute wirksam abmessen zu können, bevor sie sich auf das Beutetier stürzen. Bei Tieren, die eher gejagt werden, sind die Pupillen waagerecht.

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Dieses Merkmal trifft typischerweise auf bestimmte pflanzenfressende Tierarten zu, wie etwa Schafe oder Ziegen, die eine gute Panoramasicht benötigen. Sie haben dadurch ein breiteres Sichtfeld und können etwaige Raubtiere schneller entdecken. Außerdem können die Beutetiere erfolgreicher entkommen, da sie dank ihrer Sicht über die genaue Beschaffenheit des sie umgebenden Geländes gut Bescheid wissen.

Ein Paradebeispiel für evolutionsbedingte Optimierung

Dies ist nicht das erste Mal, dass Forscher die Beziehung zwischen der Pupillenform und der Lebensweise eines Tiers aufzeigen. Eine ähnliche Beobachtung wurde bereits in den 1940er Jahren angestellt. Bis dato hatte jedoch noch niemand diese Tatsache zahlenmäßig untersucht.

Den Forschern ist es außerdem gelungen zu erklären, warum große Raubtiere wie der Tiger oder der Gepard runde Pupillen haben. Laut den Forschungsergebnissen benötigen diese Raubkatzen aufgrund ihrer stattlichen Größe nicht so viele visuelle Anhaltspunkte für die Nahrungssuche wie ihre kleineren Artgenossen.

Diese Forschungsarbeiten zeigen einmal mehr, wie die Evolution und die natürliche Selektion über die Jahre bestimmte Eigenschaften von Tierarten hervorgebracht haben, um ein bestmögliches Überleben zu garantieren.
Sarah Kirsch
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