Um "den Planeten zu retten": Diese jungen Paare wollen keine Kinder bekommen

Um "den Planeten zu retten": Diese jungen Paare wollen keine Kinder bekommen

Wärst du bereit, weniger Kinder bekommen, um den Planeten zu retten? Der childfree-Trend zeichnet sich bei jungen Erwachsenen ab, von denen immer mehr keine Kinder im Zeitalter des Klimawandels in die Welt setzen wollen.

Die Warnungen zur globalen Erwärmung sind nicht neu, aber nur wenige scheinen jungen Aktivisten wie Greta Thunberg zuzuhören. Und doch stirbt der Planet langsam und wir leben bereits auf Pump, wenn es um die natürlichen Ressourcen geht. Allein schon das Bevölkerungswachstum stellt eine ökologische Bedrohung dar.

Eine egoistische Entscheidung 

Angesichts dieser Klimakatastrophe überlegen junge Erwachsene, keine Kinder zu bekommen. Dieser Trend nennt sich childfree. In erster Linie deshalb, weil ein Kind zu haben bedeutet, die Umwelt noch ein Stück mehr zu verschmutzen. Auch wenn es viele Möglichkeiten gibt, um ein Kind im Sinne von Zero Waste großzuziehen (Windeln, Tücher, Kleidung, die man nicht nach einmaligen Gebrauch wegschmeißt), sind diese noch nicht in unserer Konsumgesellschaft angekommen. 

Aber der Wunsch, keine Kinder zu haben, ist für viele auch eine moralische Entscheidung. Clementine ist 23 Jahre alt und sagt im Interview mit Inrockuptibles, dass Kinder zu bekommen „eine egoistische Entscheidung ist“. Andere denken, dass es keinen Sinn macht, Kinder in eine endliche Welt zu setzen. „Ein Kind in eine völlig ungewisse Zukunft zu entlassen, mit dem Risiko von Wasser- und Nahrungsknappheit... Diese Entscheidung finde ich egoistisch“, fügt die Anfang 20-jährige Nelly hinzu.  

Wissenschaftler befürworten diesen Lebensstil

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Eine Gruppe von Wissenschaftlern schreibt im Oktober 2018 einen Artikel in der französischen Tageszeitung Le Monde zu dem Thema: „Die gemeinsamen Auswirkungen des zukünftigen Bevölkerungswachstums und der unvermeidliche Anstieg des Pro-Kopf-Verbrauchs führen zu einer echten Katastrophe für unseren Planeten: Zerstörung der Biodiversität, bedrohte Wasserressourcen, steigender Meeresspiegel durch schmelzende Gletscher, Erschöpfung des Fischfangs, Versalzung von Anbauflächen, Erwärmung von über 5° C im Jahr 2100 in Deutschland mit Spitzenwerten über 50° C und massive Bevölkerungsbewegungen.“

Frauen entscheiden sich wegen ihres ökologischen Engagements gegen Kinder 

Nach Angaben der UNO werden bis 2050 neun Milliarden Menschen auf der Erde leben. Die Überbevölkerung und Verschmutzung kann unser Planet nicht verkraften. Angesichts dieser Situation wollen Frauen, die GINKs genannt werden (Green Inclination No Kids, d.h. „grünes Engagement, keine Kinder“), aus ökologischer Überzeugung keine Kinder zur Welt bringen. 

Der Kampf der GINKs endet nicht mit der bewussten Entscheidung, keine Kinder zu bekommen. Sie wollen, dass ihre Wahl genauso respektiert wird wie die der Frauen, die Kinder haben wollen. Das ist keine leichte Aufgabe in einer Welt, in der eine Frau in vielen Kulturkreisen erst dann als vollwertig gilt, wenn sie Kinder hat. 

Juliane Kretsch-Oppenhovel
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