Seuche aus Afrika erreicht Deutschlands Grenzen

Seuche aus Afrika erreicht Deutschlands Grenzen

Erst Polen und Tschechien, nun auch Belgien. Eine gefährliche Seuche, die ursprünglich aus Afrika stammt, ist in Deutschlands Nachbarländern angekommen und sorgt für Krisenstimmung in ganz Europa. Nun wappnet sich auch die Bundesregierung gegen die Bedrohung, die von dem Virus ausgeht.

Es ist die Afrikanische Schweinepest, die immer mehr deutschen Nachbarländern zu schaffen macht. Laut dem Landwirtschaftsministerium wurde die Seuche bei tot aufgefundenen Wildschweinen im Dreiländereck von Frankreich, Luxemburg und Belgien nachgewiesen. Von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sind bereits acht osteuropäische Staaten sowie Russland betroffen. In Rumänien hat die Seuche das größte Ausmaß seit dem zweiten Weltkrieg erreicht.

Virus ausschließlich gefährlich für Schweine 

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Die Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine, also Wild- und Hausschweine, betrifft. Anders als die Aujeszkysche Krankheit ist die ASP als nicht für Haustiere gefährlich und sollte nicht plötzlich als ungeahnte Pandemie auch uns Menschen bedrohen.

Die Pest kann für Schweine aber tödlich enden, in der Regel sterben sie innerhalb von einer Woche nach der Infektion. Für den Menschen ist die Seuche ungefährlich, Landwirte fürchten jedoch einen Schaden in Milliardenhöhe.

Kein Impfstoff  

Experten müssen auf klassische Bekämpfungsmethoden wie die Einrichtung von Sperrgebieten, die Tötung infizierter Bestände sowie die gezielte Jagd auf Wildschweine zurückgreifen. Der Grund: Bisher gibt es keinen Impfstoff gegen das Virus. Daher sind Schweinehalter zur strikten Einhaltung von Hygieneverordnungen aufgerufen. Zudem sind Jäger dazu angehalten, verendet aufgefundene Wildschweine den jeweils zuständigen Behörden zu melden.

Deutschland rüstet sich für den Ernstfall 

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nimmt die Situation „sehr ernst“. Auch wenn es noch keinen ASP-Fall in Deutschland gegeben habe, geht Klöckner keine Risiken ein: „Unsere Vorbereitungen für den Krisenfall laufen“, so die Bundeslandwirtschaftsministerin. Weiter erklärt sie, dass ihr Ministerium in ständigem Austausch mit den belgischen Behörden und der EU-Kommission stehe. 

• Sophie Kausch
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