Krebskranker Mann: So würdelos geht das Jobcenter mit ihm um
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Krebskranker Mann: So würdelos geht das Jobcenter mit ihm um

Von Feline Daniel
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Das Jobcenter Dortmund bombardiert einen krebskranken Hartz IV-Empfänger mit Jobvorschlägen - dabei ist der Mann schon lange nicht mehr arbeitsfähig.

Dieter R. war früher Betriebsschlosser in Dortmund, doch nachdem sein Arbeitgeber insolvent wurde, musste sich der Mann arbeitssuchend melden. Er fand einen Job in einem anderen Betrieb - doch als auch dort die Lichter ausgingen, blieb dem Mann nichts anderes übrig, als Hartz IV zu beantragen.

Eine schreckliche Diagnose

Nachdem er sich 2016 beim Jobcenter arbeitslos gemeldet hatte, bekam Dieter R. jedoch Krebs. Mund, Rachenraum und Speiseröhre sind betroffen. Der 1,74 große und damals 94 Kilo schwere Mann ist auf 49 Kilo abgemagert, etliche Chemotherapien schlugen nicht an. Nun braucht Dieter R. in seiner Wohnung einen Rollator, und auch der Infusionsständer ist sein ständiger Begleiter.

Das Jobcenter auf den Fersen

Als wenn das alles nicht schon genug wäre, macht das Jobcenter Dieter R. das Leben zusätzlich schwer. Ständig erreichen ihn per Post neue Jobvorschläge des Amts, selbst, als er im Krankenhaus lag. Doch das ist noch nicht alles: Die Zahlungen des Jobcenters seien im vergangenen Jahr für zwei Monate ausgesetzt und dann erst verspätet nachgeholt worden, berichtet er. Und auch jetzt, im März, habe R. bisher kein Wohngeld erhalten. Zu den existenziellen Ängsten um seinen Körper kommen jetzt auch noch die existenzielle Ängste um seinen Lebensunterhalt.

Fehler im System

Jobcenter-Sprecher Michael Schneider erklärt, dass es sich bei den Jobvorschlägen um einen Fehler im System handle. Natürlich wisse Dieter R.s Arbeitsvermittler, dass er dem Arbeitsmarkt derzeit nicht zur Verfügung stehe - dennoch sei den Mitarbeitern ein Fehler unterlaufen. Schneider: „In der Profilverwaltung von Herrn R. wurde versehentlich nicht eingetragen, dass er für Vermittlungsvorschläge nicht zur Verfügung steht. Eine Korrektur wurde umgehend vorgenommen.“

Nun soll eine amtsärztliche Untersuchung belegen, dass Dieter R. nicht mehr arbeiten gehen kann - dann wäre er ein Fall für Sozialamt und Rentenversicherung. Dort sei der schwerkranke Mann, der von sich selbst sagt, dass er in absehbarer Zeit sterben werde und lediglich nicht wisse, wann, an der richtigen Adresse.


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