Von Tierschützern heimlich gefilmt: Bullaugen-Kuh sorgt für Empörung

Von Tierschützern heimlich gefilmt: Bullaugen-Kuh sorgt für Empörung

Immer wieder sorgt die industrielle Massentierhaltung für Negativschlagzeilen. Doch die Aufnahmen, die jetzt von Tierschützer heimlich gemacht worden sind, schockieren ganz besonders.

Die französische Tierschutzvereinigung L214 ist dafür bekannt, Missstände im Umgang mit Tieren anzuprangern. Jetzt haben Aktivisten des Vereins heimlich Bilder in einem Forschungsbauernhof gemacht, die für heftige Reaktionen sorgen.

Bullaugen direkt in den Magen 

Die Aufnahmen zeigen Kühe, denen Geräte in den Körper eingelassen worden sind. Sie sehen aus wie Bullaugen und führen direkt zum Pansen, einem der vier Kuh-Mägen. Sinn der Geräte ist es offenbar, die Verdauung der Kühe zu erforschen.

In ähnlicher Form wurde eine solche Technik bereits im 19. Jahrhundert eingesetzt, mit dem Ziel, den Verdauungstrakt der Kühe zu verstehen und die Milchproduktion zu steigern. Dass noch heute ähnlich verfahren wird, sorgt nicht nur unter Tierschützern für Aufregung.

Loch von 15 Zentimetern

Die jetzt veröffentlichen Aufnahmen wurden in Saint-Symphorien (Frankreich) gemacht. Auf seiner Homepage erklärt der Verein L214, den Kühen seien 15 cm große Löcher eingelassen worden. Dies zeige, wie wir Tiere "als einfache Maschinen, die uns zur Verfügung stehen" begreifen würden. Der Verein fordert ein sofortiges Verbot solcher Praktiken.

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Ein Sprecher des französischen Unternehmens Avril Group, dem Betreiber der Anlage, verteidigt das Vorgehen in Le Parisien. "Das Vorgehen wird von Tierärzten eng begleitet und gilt zudem als schmerzfrei für das Tier", erklärt Tom Doron. Die Forschung könne zudem dabei helfen, den Antibiotika-Einsatz zu reduzieren oder den Ausstoß von Treibhausgasen durch Kühe zu reduzieren.

Fred Eilig
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