Stanislaw Petrow verhindert 1983 Atomkrieg mitten im Kalten Krieg

Wenn euch sein Name vielleicht auch nichts sagt… Diesem Mann hat die Menschheit viel zu verdanken, wie zum Beispiel, dass wir uns heute noch der Natur und den Fortschritten der Technik erfreuen können. Es ist der sowjetische Oberst Stanislaw Petrow. Sein überlegtes Handeln hat den Ausbruch eines verheerenden Atomkriegs zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion verhindert. Wir erzählen euch hier seine Geschichte!

Stanislaw Petrow verhindert 1983 Atomkrieg mitten im Kalten Krieg
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Stanislaw Petrow verhindert 1983 Atomkrieg mitten im Kalten Krieg

1983: Kalter Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion

Am 26. September 1983 war der sowjetische Oberst Stanislaw Petrow diensthabender Überwachender in einem geheimen Bunker südlich von Moskau. Seine Mission war es, amerikanische Militärbewegungen zu beobachten. In dieser Nacht schlugen die Überwachungsgeräte gegen Mitternacht aus und zeigten fünf amerikanische Atomraketen auf dem Weg in die Sowjetunion an. Die UDSSR war zu dieser Zeit noch in Alarmbereitschaft und fürchtete den Ausbruch eines Atomkriegs. Sie wurde von der NATO dafür angeprangert, drei Wochen zuvor ein südkoreanisches Linienflugzeug abgeschossen zu haben, das den sowjetischen Luftraum überflogen hatte.

Stanislaw Petrow fällt eine Entscheidung

Doch Stanislaw Petrow hielt ein seltsames Bauchgefühl davon ab, Alarm zu schlagen, wie er später der Washington Post erklärte. Er stellte sich die quälende Frage, ob er diesen Alarm seinen Vorgesetzten melden sollte oder nicht. Er fürchtete, damit einen sofortigen nuklearen Gegenschlag auszulösen. Schließlich kam er zu dem Schluss, dass ein Vernichtungsangriff auf die Sowjetunion mit nur fünf Atomraketen doch wohl recht unwahrscheinlich war. Um die Sowjetunion zu vernichten, hätten diese wohl eher gleich Hunderte von Raketen abgeschickt. Dazu kam, dass sein Bodenradar die vom Computer erhaltene Information nicht bestätigte. Er traf daher die weltrettende Entscheidung, nicht zu handeln, und ließ zwanzig Minuten vergehen, bevor er seinen Vorgesetzten mitteilte, dass es einen Fehlalarm gegeben hatte.

Auszeichnung nach 15 Jahren

Erst viel später ergab eine sowjetische Untersuchung, dass das Frühwarnsystem auf Reflexionen von Sonnenstrahlen über den Wolken reagiert und sie fälschlicherweise für amerikanische Atomraketen gehalten hatte. Angesichts der willensstarken Einstellung der Roten Armee, schätzte sich Stanislaw glücklich, dass dieser Vorfall ihm und nicht einem seiner Kameraden passiert war, der mit höchster Wahrscheinlichkeit ohne zu zögern, die Information an seine Vorgesetzten weitergegeben und damit einen Atomkrieg ausgelöst hätte. Fünfzehn Jahre später, als die Sache an die Öffentlichkeit kam, wurde der Oberst dafür mit dem wohl einzigartigen Verdienstorden ausgezeichnet, einen Atomkrieg verhindert zu haben.

Tod des Mannes, der die Welt gerettet hat

Im letzten Mai ist Stanislaw Petrow nun im Alter von 77 Jahren in seiner Wohnung nordöstlich von Moskau gestorben. Bekannt gegeben wurde diese Information allerdings erst im September von seinem deutschen Freund Karl Schumacher. Wir können ihm dankbar dafür sein, heute noch immer in einer Welt ohne die Folgen eines verheerenden Atomkriegs leben zu dürfen.

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