Deutscher Lehrer von Multi-Kulti-Klasse packt seine Koffer
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Deutscher Lehrer von Multi-Kulti-Klasse packt seine Koffer

Jan Kammann unterrichtet Englisch und Geografie an einer Schule in Hamburg. Seine Klasse dort weist eine unfassbare Zusammensetzung auf. Die 30 Schüler stammen aus 14 verschiedenen Ländern! Deshalb beschließt der Lehrer jetzt, sich aus dem Staub zu machen...

30 Schüler, 22 Nationalitäten und 14 verschiedene Länder: Das ist die beeindruckende Zusammensetzung der Klasse von Lehrer Jan Kammann. Um da einen Überblick zu behalten, hat Kammann eine geniale Idee: Er bereist alle 14 Heimatländer seiner Schüler, um deren Wurzeln besser kennenzulernen. Seine Erlebnisse hält der 39-Jährige in seinem Buch „Ein deutsches Klassenzimmer“ fest. Der gebürtige Bremer, der Englisch und Geografie in einer internationalen Vorbereitungsklasse an einer Europaschule in Hamburg unterrichtet, ist dafür ein ganzes Jahr unterwegs. So will der Lehrer die oft schwierige Integration in Schulklassen erleichtern.

Anlass: Das ständige Zuspätkommen einer Schülerin

Wie Kammann unter anderem in den Westfälischen Nachrichten berichtet, habe er die Idee für seine Reise einer Schülerin zu verdanken: Sie sei nach den Ferien ständig zu spät zum Unterricht erschienen und habe als Grund die schlechte Busverbindung nach Sofia angegeben. Also reist Kammann nach Bulgarien, um sich selbst davon ein Bild zu machen. Und siehe da: Die Schülerin hatte die Wahrheit gesagt. Allerdings, und das betont Kammann in dem Interview, sei er „nicht nur dorthin gefahren, um sie zu kontrollieren, sondern in erster Linie aus Abenteuerlust und weil sie mir immer so vorgeschwärmt hatte von ihrem Heimatland.“ Auf der Rückfahrt sei dann die Idee für die ungewöhnliche Weltreise entstanden.

Eine prägende Erfahrung

Schließlich nimmt sich der Lehrer ein Sabbatjahr und zieht los. Die Reise geht unter anderem von Ghana und Nicaragua, Albanien und den Kosovo bis nach Kuba. Der 39-Jährige erklärt, dass die Weltreise für ihn eine prägende Erfahrung gewesen sei, dass die vielen Stationen und Begegnungen seinen Blick auf die Welt verändert hätten. Außerdem nutzen die gewonnenen Sprachkenntnisse ihm selbst: So könne er jetzt Schüler, die neu in eine seiner Klassen kommen, in ihrer eigenen Muttersprache begrüßen. Kammann beschreibt in seinem Buch die Reise als spannende Erfahrung, durch die er für ein Jahr selbst noch einmal zum Schüler wurde.

Eine gelungene Aktion, um die Integration in deutschen Schulen noch zu erleichtern!

Von der Redaktion

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