Beängstigend: Spioniert begehrte Küchenmaschine von Lidl uns damit aus?

Beängstigend: Spioniert begehrte Küchenmaschine von Lidl uns damit aus?

Viele wollen sie und stürmen deswegen die Geschäfte: Die neue Küchenmaschine von Lidl „Monsieur Cuisine Connect". Doch jetzt entdeckt Studie etwas Beängstigendes.

Anfang Juni werden in Frankreich die Lidl-Märkte gestürmt. Der Grund? Alle möchten ein Exemplar der neuen smarten Küchenmaschine ergattern. Doch schon wenige Tage später befindet sich der Monsieur Cuisine Connect auf der Anklagebank. In einer Studie vom 13. Juni erklärt Numerama, dass die Küchenmaschine des deutschen Händlers mit einem Mikrofon ausgestattet ist, das nicht in der Produktbeschreibung steht. Grund zur Sorge für die tausenden Konsumenten, die sich, seit sie auf dem Markt ist, eine solche Maschine zugelegt haben. Ist dein Smartphone etwa nicht das einzige Gerät, dass dich ausspioniert?

Ein Mikrofon in der Küchenmaschine

Ursprünglich wird das Mikrofon von zwei cleveren Internetnutzern entdeckt, die die Maschine hacken wollen, um ein Videospiel darauf zu installieren. Dabei bemerken, sie, dass die Tastatur der Maschine die gleiche ist wie die von Android, das Betriebssystem, das sich auf den meisten aktuellen Smartphones befindet. In einem Video zeigen die beiden Internetnutzer sogar, wie sie mit Hilfe des in die Maschine integrierten Tablets einen Anruf über den Kommunikationsdienst Discord tätigen können.

Das Problem: Numerama zufolge wird das Mikrofon in der Produktbeschreibung des Monsieur Cuisine Connect mit keinem Wort erwähnt. Will Lidl uns etwa in der Küche ausspionieren? Davon geht Numerama jedoch nicht aus, sondern vermutet, dass das Mikrofon unabsichtlich eingebaut worden ist, ohne dass der Benutzer (und hoffen wir, auch die Maschine) dieses benötigen.

Automatische Aktualisierungen und eine große Gefahr vor Hacker-Angriffen

Den beiden Internetnutzer fiel neben dem Mikrofon noch ein weiteres Detail auf: Das Mikrofon ist mithilfe einer mechanischen Verlängerung an der Außenseite des Tablets angebracht. Und an der Stelle der Mikrofone befinden sich zwei Löcher in der Außenhülle der Küchenmaschine. In der Produktbeschreibung findet Numerama einen Hinweis darauf, dass die Maschine ohne Zustimmung des Benutzers eigenständig automatische Software-Updates durchführen kann. Ein weiterer Grund zur Beunruhigung für die Besitzer.

Neben einer möglichen Datenerhebung birgt die Maschine noch eine weitere Gefahr: Den beiden Internetnutzern zufolge ist die verwendete Android-Version des Monsieur Cuisine Connect ganz besonders leicht zu hacken. Auf die Nachfrage von Numerama hat Lidl bisher nicht reagiert.

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Aktueller Stand: Gegenüber BFMTV, nimmt die Leitung von Lidl zu den Vorwürfen Stellung: „Ich habe das Gefühl, mich über Science-Fiction unterhalten zu müssen, das ist unglaublich," erklärt Michel Biero, geschäftsführender Leiter im Bereich Marketing und Einkauf von Lidl Frankreich. Weiterhin erklärt er: „Der Monsieur Cuisine verfügt über ein Mikrofon und einen Lautsprecher, weil bei der Entwicklung der Maschine geplant war, dass diese mit Hilfe von Sprachsteuerung und vielleicht Alexa bedient werden kann. Das Mikrofon ist nach wie vor in der Maschine, allerdings komplett inaktiv, und für uns ist es nicht möglich, es aus der Ferne zu aktivieren."

Das Risiko von Hacker-Angriffen "ist das gleiche wie bei jedem anderen Gerät, sei es ein Tablet oder Smartphone," fügt Michel Biero hinzu. Der Sprecher von Lidl erklärt außerdem, dass sich die Entwickler für eine ältere Android-Version entschieden haben, da „für den Betrieb der Maschine kein aufwendigeres System nötig ist".

Lea Pfennig
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