Sex ja, küssen nein? So beeinflusst Covid-19 unser Liebesleben
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Sex ja, küssen nein? So beeinflusst Covid-19 unser Liebesleben

Die Covid-19 Krise setzt das ganze Land in Schach. Zwischen Hamsterkäufen und Corona-Partys beschäftigt sich eine neue Umfrage mit dem Liebesleben der Menschen. Spüren sie eine Veränderung seit dem Ausbruch? Die Ergebnisse sind, vor allem aus deutscher Sicht, sehr überraschend.

Die Coronavirus-Epidemie scheint unsere Welt nach und nach lahmzulegen. Länder schließen ihre Außengrenzen, verhängen Ausgangssperren und setzten den öffentlichen Nahverkehr aus. Das Resultat: Leere Nudel-Regale und wilde Verschwörungstheorien.

"Social Distancing" - auch im Liebesleben?

Um eine weitere Verbreitung von Covid-19 möglichst einzudämmen, werden die Menschen dazu angehalten, ihre sozialen Kontakte so gut es geht zu verringern, "Social Distancing" lautet das Motto.

Experten machen deutlich, dass das natürlich auch intime Begegnungen mit einschließt. Auch sie sollen vorübergehend vermieden werden, worauf große Dating-Seiten bereits reagiert haben. So adressiert beispielsweise Tinder seine Nutzer beim Öffnen der App:

Tinder ist einfach toll, um neue Menschen kennenzulernen. Wir wollen natürlich, dass du Spaß hast, trotzdem ist es wichtig, dass du dich vor dem Coronavirus schützt.

Zusätzlich geben sie Tipps zum Verbessern der Hygiene und legen nahe, diese im Alltag umzusetzen. Vernünftige und beschwichtigende Worte: Doch finden sie in der Bevölkerung Anklang? Verändern Menschen ihr Liebesleben in Zeiten einer Pandemie?

Covid-19 beeinflusst bereits einen großen Teil unseres Alltags - und unser Liebesleben?  cyano66 / Getty Images

Das wollte die Dating-App Jaumo herausfinden. Zu diesem Zweck wurden mehr als 33.000 Nutzer in Deutschland, Österreich, der Schweiz, USA und Großbritannien gefragt, inwieweit Covid-19 ihr Liebesleben beeinflusst - mit überraschenden Ergebnissen.

Deutschland in Panik - nur nicht beim Daten

Zwar wird hierzulande gerne mal die Nudel-Abteilung des Supermarkts geplündert und tonnenweise Toilettenpapier gebunkert, doch bezogen auf das Liebesleben fällt im internationalen Vergleich sofort auf, dass Deutsche sich am wenigsten vom Ausbruch der Corona-Epidemie beeindrucken lassen.

Ein Beispiel: In Deutschland hat nur ein Viertel aller Frauen bereits ein Date mit Verweis auf die umgehende Lungenkrankheit abgesagt, in Großbritannien schon knapp drei Viertel! Tatsächlich sind unsere britischen Freunde grundsätzlich am vorsichtigsten im Umgang mit dem Coronavirus.

Sex ja, küssen nein?

Diese Statistik verblüfft wirklich, bei ihrem Anblick dürften Virologen wahrscheinlich nur den Kopf schütteln. Mittlerweile wissen wir, dass Covid-19 über einen Austausch von Körperflüssigkeiten übertragen werden kann.

Doch die Umfrage belegt: Diese Nachricht schränkt unter den Nutzern zwar das Küssen ein, Sex ist ihnen aber verglichen dazu einfach wichtiger. In allen befragten Ländern wurde festgestellt, dass eher auf das Knutschen, als auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden kann. Da wird dann lieber mal ein Auge zugedrückt.

Frauen sind vorsichtiger als Männer

Noch ein weiterer Trend ist erkennbar: Männer kümmern sich weniger um das umgehende Virus als Frauen. Nur 14 Prozent von ihnen haben ein Date abgesagt, aber doppelt so viele weibliche Befragte. Was das über die unterschiedlichen Prioritäten der Geschlechter aussagt, sei mal dahingestellt.

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Auch zeigt sich wieder unsere Unbekümmertheit. 88 Prozent der deutschen Frauen finden nicht, dass ihr Liebesleben durch Covid-19 beeinflusst oder gar eingeschränkt sei - das ist internationaler Rekord!

Da erstaunt es kaum, dass die Quarantäne direkten Einfluss auf die Sexbranche hat. Der Verkauf von Sexspielzeug boomt in den Tagen der Abschottung wie nie zuvor.

Von Thomas Schmitt
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