Studie offenbart: So benotet Tinder heimlich dein Aussehen und deine Intelligenz

Studie offenbart: So benotet Tinder heimlich dein Aussehen und deine Intelligenz

Dachtet ihr, bei Tinder würden alle gleich behandelt? Tja, falsch gedacht. Die Journalistin Judith Duportail hat eine vierjährige Studie durchgeführt und offenbart uns nun die Kehrseite der Medaille: Bewertung der Attraktivität, Beurteilung unserer Intelligenz, Einschätzung unseres Einkommens und Bildungsstandes... Tinder weiß alles über uns, ohne dass wir davon etwas ahnen. Und diese Daten nutzt das Dating-Portal auf skrupellose Weise aus, um Paare zu matchen!

Das schockierende Buch ‘L'amour sous algorithme' (dt.: Liebe anhand von Algorithmen) der Journalistin Judith Duportail dürfte die Silicon Valley-Riesen nicht freuen. Denn sie sind es, die hinter der Entwicklung dieser unglaublich erfolgreichen Apps stehen.

Tinder ist die erfolgreichste Dating-App der Welt. In mehr als 190 Ländern unterstützt sie Menschen dabei, sich kennenzulernen und das bereits seit sechs Jahren mit einem Umsatz von 800 Millionen Dollar.

Nachdem die Journalistin Judith Duportail auf einer amerikanischen Seite gelesen hat, dass Tinder mithilfe der sogenannten Elo-Zahl jeden Nutzer seiner Attraktivität entsprechend bewertet, meldet auch sie sich bei der App an und startet eine Studie dazu.

Wie genau funktioniert das?

Die Journalistin erklärt, je häufiger ihr euch mit Leuten trefft, die nach dem allgemeinen Schönheitsstandard als attraktiv gelten, desto besser fällt auch eure Attraktivitätsnote aus. Je häufiger ihr aber mit weniger schönen Leuten ausgeht, desto schlechter wird wiederum eure eigne Bewertung.

Tinder-Algorithmen fördern die Unterschiede zwischen Mann und Frau und den Sexismus

Und ohne dass ihr es wisst, haben die Algorithmen noch einen viel größeren Einfluss. In einem Gespräch mit France Culture erklärt die Journalistin, Tinder funktioniere auf Grundlage struktureller Ungleichheiten: „ Es ist, als befände man sich auf einem Boot, und es gibt die Abteilung der Hässlichen, der Mittelmäßigen und der Schönen. Und wenn Sie unten sind, kriegen Sie ab und zu die Gelegenheit, ein Ticket für die erste Klasse zu kaufen, dort dürfen Sie eine halbe Stunde bleiben und müssen anschließend wieder runter."

Darüber hinaus hebt Tinder die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen hervor und unterstützt das patriarchalische Modell: „Tinder hält es sich offen, Männer und Frauen unterschiedlich zu bewerten. Ein Mann mit guter Ausbildung und hohem Einkommen erhält Pluspunkte, während einer Frau mit denselben Attributen Punkte abgezogen werden. Das System der „Matches" fördert folglich Situationen, in denen der Mann der Frau immer übergeordnet ist."

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Dem Cheek Magazine vertraut Judith Duportail an, dass sie sich dank ihrer Studie in Zukunft um einiges besser fühlen werde, denn sie wisse nun, dass es alles nur ein riesiger Schwindel ist: „Ständig werden wir dafür schikaniert, dass unser Körper unseren Wert widerspiegelt, und dass wir niemals gut genug sind. Mein größter Wunsch ist es, mit diesem Buch auch anderen Frauen helfen zu können." 

L'Amour sous algorithme von Judith Duportail, Verlag Goutte d'or,  seit dem 21. März 2019 im Handel (17 €) (bisher jedoch nur auf Französisch).

Lea Pfennig
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