Omikron-Welle: In Europa landen immer mehr Säuglinge auf der Intensivstation

Wie wirkt sich Omikron auf die Kleinsten in unserer Gesellschaft aus? Ungeimpft und ohne ältere Infektionen, die sie immunisieren könnten, steigen derzeit die Zahlen von Säuglingen auf den Intensivstationen Europas.

Die Fälle von Babys, die sich mit COVID-19 anstecken und auf der Intensivstation landen, nehmen europaweit zu. In Frankreich werden gegenwärtig 70 Säuglinge gegen Omikron behandelt, auch in Großbritannien werden mehr Kinder, die eins oder jünger sind, eingewiesen als bei den bisherigen Varianten.

Trifft Omikron Kinder stärker?

Noch vor wenigen Wochen sagt Volker Strenger, Kinderarzt an der Klinischen Abteilung für Pädiatrische Pulmologie und Allergologie an der Medizinischen Universität Graz gegenüber derstandard.de:

Bisher hat es bei jeder neuen Variante geheißen, sie sei speziell für Kinder schlimmer als die vorhergehende. Bestätigt hat sich das bisher nie. Seriöse Aussagen zu Omikron kann man diesbezüglich noch nicht treffen. In Österreich ist Omikron zwar jetzt schon dominant, aber man merkt noch keinen Unterschied.

Mangelnder Impfschutz?

Doch schon damals konnte auch in Südafrika eine steigende Anzahl von Kindern mit Omikron auf den Intensivstationen beobachtet werden. Für Strenger gebe es dafür allerdings einen simplen Grund, nämlich, "dass Kinder und Jugendliche die am wenigsten geimpfte Gruppe sind".

Für Michael Absoud vom King's College London könnte auch die Jahreszeit eine wichtige Rolle spielen. Kinder kommen im Winter zunehmend wegen einer Bronchiolitis ins Krankenhaus und dabei würde die Omikron-Infektion dann aufgedeckt.

Weitere Faktoren

Allerdings widerspricht dieser Theorie die Tatsache, dass es im letzten Winter in der Alpha-Welle nicht zu einer Zunahme der Säuglinge mit Corona gegeben hat. Wie das aerzteblatt.de berichtet, kann auch der fehlende Impfschutz nicht gänzlich den Anstieg erklären, denn auch eins- bis Fünfjährige seien nicht geimpft und hier ist kein Anstieg der Hospitalisierungen in den UK beobachtet wurden.

Eine plausible Vermutung äußert der Pädiater Alasdair Munro von der University of Southampton. Dem Arzt zu folge hätten die älteren Kinder in den vorangegangenen Wellen bereits Immunität erworben. Diese schütze sie jetzt vor Erkrankung. Die Säuglinge kamen dafür zu spät auf die Welt, darum erkranken sie schwerer an Omikron, denn ihr Immunsystem ist auf die Virus-Variante nicht vorbereitet.

Im Video verraten wir euch, wie Omikron sich auf die Säuglinge auswirkt.

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