Baby-Leopard nähert sich Löwin: Ein Jahr später ist eine einzigartige Beziehung entstanden
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Baby-Leopard nähert sich Löwin: Ein Jahr später ist eine einzigartige Beziehung entstanden

Ein Baby-Leopard streunt alleine durch die Gegend, bis es auf eine Löwin trifft. Das Weibchen, das selbst gerade erst Junge geworfen hat, nimmt sich dem verwaisten Baby an. Hier kommt ihre ergreifende Geschichte.

Die Natur überrascht uns immer wieder und schreibt die schönsten Geschichten. Diese im Juli 2017 in einem Reservat in Tansania aufgenommene Szene zeigt eine außergewöhnliche Begegnung zwischen einer Löwin und einem Leopardenbaby.

Die Löwin scheint friedlich zu warten, während das Leopardenbaby an ihren Zitzen saugt, als ob nichts passiert wäre. Diese von einem Touristen in der Ndutu Lodge beobachtete Szene widerspricht allem, was Fachleute über diese Tiere dachten. Denn Löwen gelten als natürliche Raubtiere für Leoparden.

Erster Beleg für Kontakt zwischen den Arten

Es ist also eine große Premiere: Noch nie zuvor hatten Experten dieses Phänomen der natürlichen Adoption zwischen den beiden normalerweise konkurrierenden Arten beobachtet. Auch wenn die Umstände der beispiellosen Annäherung unbekannt bleiben, gibt es einen Hinweis auf die Ursache.

Nach Angaben der Mitarbeiter der Ngorongoro Conservation Area hat die 5-jährige Löwin Nosikitok im vergangenen Juni ihren eigenen Wurf zur Welt gebracht. Dies könnte erklären, warum das Weibchen sich um das etwa 3 Wochen alte Leopardenbaby als eines ihrer Jungen zu kümmern scheint.

Löwin kümmert sich um Leoparden-Baby  Mara de la Hoz@Getty Images

Sie ist physiologisch bereit, sich um ihre Löwenbabys zu kümmern, und der kleine Leopard passt in die Größe - es ist fast genau das Alter ihrer eigenen Jungen und körperlich sind sie sich sehr ähnlich“, erklärt Luke Hunter, Großkatzenfachmann und Präsident der Katzenschutzorganisation Panthera.

Sie würde sich nicht um das Junge kümmern, wenn sie nicht schon von einem großen Mutterinstinkt erfüllt wäre. Es ist auch durchaus möglich, dass sie ihre eigenen Jungen verloren hat und dann den Leoparden in einer Zeit fand, in der sie selbst besonders verwundbar war. Das ist ein wirklich einzigartiger Fall.

Die Zukunft des kleinen Leoparden scheint jedoch nicht sicher zu sein, ganz im Gegenteil. Selbst wenn Nosikitok sich weiterhin um das Baby kümmert, wird es laut Dr. Hunter mit vielen Hindernissen konfrontiert sein, um zu überleben.

Wie geht es weiter?

Es wäre in der Tat sehr unwahrscheinlich, dass die Löwengruppe diesen Neuankömmling akzeptiert. Luke Hunter kennt die Raubkatzen genau und weiß, wie sie sich untereinander verhalten:

Löwen haben sehr reiche und komplizierte soziale Beziehungen, in denen sie Individuen erkennen - durch Sehen und Brüllen -, so dass sie sehr gut gerüstet sind, ihre Jungen von anderen zu unterscheiden.

In ihrer natürlichen Umgebung sind Löwen territorial und bauen Beziehungen innerhalb ihres eigenen kleinen Kreises auf. Also, wenn der Rest des Rudels auf den kleinen Leoparden trifft, „ist es wahrscheinlich, dass er getötet wird“, sagt der Spezialist. Und auch wenn das Junge noch 12 bis 18 Monate überlebt und das Erwachsenenalter erreicht, wird der Leopard wahrscheinlich in sein natürliches Umfeld zurückkehren.

Ungewöhnliche Adoption

Mit anderen Worten, trotz seiner ungewöhnlichen Ersatzmutter, wird die Katze ein Verhalten von Leoparden annehmen. Hunter hat eine Vermutung, wie es mit dem Leopardem weitergehen wird, wenn er mal groß ist:

Selbst sein früher Kontakt mit der Löwengesellschaft könnte nicht gegen Millionen von Jahren der Evolution verstoßen. Der Leopard ist ein einsamer Jäger. Ich bin sicher, dass er seinen eigenen Weg gehen wird.

Nosikitok gehört zu einer Gruppe von Löwen, die von der tansanischen Naturschutzgruppe KopeLion, eine Partnergesellschaft von Panthera, überwacht und geschützt wird. Die Spezialisten haben das Rudel im Blick, um zu sehen, wie sich die Geschichte weiter entwickelt.

Von Pia Karim

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