Euer Gewicht kann dazu führen, dass die Pille danach nicht wirkt

Euer Gewicht kann dazu führen, dass die Pille danach nicht wirkt

Manchmal passiert es einfach: Die Verhütung versagt und ein Kind passt aus verschiedenen Gründen momentan einfach nicht ins Leben. Dann heißt es: Schnell handeln und sich um eine Notfallverhütung kümmern. Die Pille danach ist dann das Mittel der Wahl, allerdings könnte sie aus einem bestimmten Grund bei manchen Frauen gar nicht erst wirken.

Ist eine Frau auf die Pille danach angewiesen, weil z.B. das Kondom reißt, sie die Pille vergessen hat oder sie gar nicht erst nimmt, weil sie keine Lust auf die Folgen einer jahrelanger Einnahme hat, kann sie in Deutschland einfach in die Apotheke gehen und sich diese ganz ohne Rezept aushändigen lassen. Die Pille danach verhindert oder verschiebt zumindest den Eisprung, sodass die Befruchtung einer Eizelle sehr unwahrscheinlich wird. Bei manchen Frauen könnte das Medikament allerdings nicht den gewünschten Erfolg erzielen.

Das Gewicht ist ausschlaggebend

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Bei Frauen und Mädchen, die übergewichtig sind, könnte die Wirkung der Pidana laut Spiegel Online versagen. In der Packungsbeilage des Pharmakonzerns, der das Medikament herstellt, heißt es: "Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Pidana nicht so gut wirkt, wenn Sie 75 kg oder mehr wiegen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach Rat bezüglich alternativer Methoden der Notfallverhütung." Der Konzern hatte im Vorfeld eine Studie in Auftrag gegeben, die die Auswirkungen von Übergewicht auf die Wirkung der Pille danach untersuchen sollte. Das Ergebnis verblüfft: "Das Risiko einer Schwangerschaft trotz Pille danach ist für übergewichtige Frauen dreimal höher als für normalgewichtige Frauen. Im Vergleich verlor Levonorgestrel mit zunehmenden Körpergewicht deutlich stärker an Wirkung als Ulipristalacetat."

Was bezweckt der Pharmakonzern mit der Studie wirklich?

Kritiker werfen HRA Pharma vor, die Studie sei unseriös. Die EMA (europäische Arzneimittelagentur), die Weltgesundheitsorganisation und auch ProFamilia empfehlen die Pille danach - egal, ob sie den Wirkstoff Levonorgestrel oder Ulipristalacetat enthält - weiterhin. Es wird vermutet, dass die Firma die Eallaone, deren Wirkstoff Ulipristalacetat ist, lieber vermarkten möchte als die Alternative mit Levonorgestrel. Erstere kostet nämlich fast doppelt so viel. Falls ihr jetzt nicht wissen solltet, wem ihr glauben sollt, oder ihr gehört habt, dass auch die Gene die Wirkung von Verhütungsmitteln außer Kraft setzen können, sprecht am besten mit eurem Arzt über eure Situation. Dieser kann euch am besten beraten. Ein richtig guter Arzt klärt euch auch über alle möglichen Alternativen zu Pille und Kondom auf, die Auswahl ist nämlich groß.

Simone Haug
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