Von wegen Frauenrechte: Jede zweite Frau verfügt nicht über ihren eigenen Körper
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Von wegen Frauenrechte: Jede zweite Frau verfügt nicht über ihren eigenen Körper

Von Alma Feliz

Einem neuen Bericht der UNO zufolge kann jede zweite Frau nicht über ihren eigenen Körper bestimmen.

Am 14. April veröffentlicht die UNO einen schockierenden Bericht. Demnach können nur 50 Prozent der Frauen selbst über ihren Körper entscheiden.

Dies betrifft beispielweise die Wahl des Sexpartners, Verhütung und medizinische Versorgung. Die Untersuchung wurde in 57 Ländern durchgeführt.

Jede zweite Frau

"Mein Körper gehört mir" – unter diesem Titel untersucht der UN-Bevölkerungsfond UNFPA, inwiefern Frauen auf der ganzen Welt freie Entscheidungsgewalt über ihren eigenen Körper haben.

Die Autoren des Weltbevölkerungsberichtes beschäftigen sich insbesondere mit den Menschenrechtsverletzungen, denen die Frauen in ihren Ländern zum Opfer fallen.

Darunter Vergewaltigung, Zwangssterilisierung, Jungfräulichkeitstests, Genitalverstümmelung. Außerdem geht es in dem Bericht um die körperliche Selbstbestimmung der Frauen, wie der UNFPA erklärt:

Diese mangelnde körperliche Selbstbestimmung hat massive Auswirkungen, die über schwere Schädigungen der Frauen und Mädchen hinausgehen. Die Missachtung der Frauenrechte kann zu einem potenziellen Rückgang der wirtschaftlichen Produktivität und Kompetenzen sowie zusätzlicher Kosten für das Gesundheits- und Justizwesen führen.

"Ihr Leben wird von anderen bestimmt"

Einige Kontinente schneiden in dem Bericht besonders schlecht ab, darunter Asien, Zentralamerika und allen voran Afrika. In Mali, Niger und Senegal dürfen nur 10 Prozent der Frauen frei Entscheidungen treffen.

Eine düstere Realität, gegen die nicht einmal Prävention und Bildung ankommen. Obwohl der Prozentsatz der Frauen, die in Bezug auf medizinische Versorgung eigene Entscheidungen treffen dürfen, zunimmt, zeigt der Bericht über Ghana:

Der Prozentsatz der Frauen, die freie Entscheidungen in Bezug auf Verhütung treffen dürfen ist unverändert und der Prozentsatz der Frauen, die sich Geschlechtsverkehr widersetzen dürfen, hat deutlich abgenommen.

Im Klartext heißt das für die drei untersuchten Kriterien (Geschlechtsverkehr, Verhütung und medizinische Versorgung), dass "Investitionen in Programme oder Dienstleistungen in dem einen Bereich nicht unbedingt positive Veränderungen in den anderen Bereichen mit sich bringen".

"Sie sind nicht die Besitzerinnen ihrer eigenen Körper"

Aus dem Bericht der UNFPA geht außerdem hervor, dass es gerade einmal in 56 Prozent der untersuchten Länder Gesetze und Maßnahmen bezüglich sexueller Erziehung gibt, wie UNFPA-Chefin Natalia Kanem anprangert:

Im Kern sind damit hunderte Millionen Frauen und Mädchen nicht die Besitzerinnen ihrer eigenen Körper. Ihre Leben werden von anderen Menschen beherrscht. Dass noch immer knapp die Hälfte der Frauen nicht selbst entscheiden kann, ob sie Geschlechtsverkehr haben oder nicht, ob sie verhüten oder sich medizinisch behandeln lassen, sollte uns alle schockieren.

Und wir sind schockiert. Eine Frau wird nur dann als unabhängig beurteilt, wenn sie Entscheidungsfreiheit über ihre Gesundheit, ihre Verhütung und ihre sexuellen Beziehungen hat.

Während auch in der westlichen Welt Frauen und Männer längst nicht gleichberechtigt sind, ist die Mentalität in dieser Hinsicht schon sehr viel fortschrittlicher.

So entscheidet sich beispielsweise ein Berliner Unternehmen zu einer Gehaltserhöhung für ihre Mitarbeiterinnen, wenn diese schwanger werden.


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