Berliner Kult-Bäckerei: So schnell verliert ein Mensch alles
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Berliner Kult-Bäckerei: So schnell verliert ein Mensch alles

Die älteste Bäckerin Berlins erwacht endlich aus dem Koma - und ihr erster Gedanke gilt ihrer geliebten Bäckerei. Doch da erlebt sie eine schlimme Überraschung...

Waltraud Balzers Bäckerei in Berlin Mitte war schon längst Kult - der mit Preisen überhäufte Laden war seit 1926 in Familienbesitz.

Im Jahre 2016 suchten die 84-Jährige und ihr Anwalt André Roesner einen Nachfolger für den Laden. Unter 26 Interessenten fiel die Wahl auf Martin Schulze, der noch heute das Geschäft betreibt. Mündlich wurde damals eine Abstandszahlung von 120.000 Euro ausgemacht.

Doch drei Tage bevor der Vertrag aufgesetzt werden konnte, musste Waltraud Balzer ins Krankenhaus - zehn Tage später wurde ihr vom Vermieter wegen unpünktlicher Mietzahlungen gekündigt. Dies bekam die alte Dame jedoch nicht mit, da sie zu diesem Zeitpunkt im Koma lag - und das ganze acht Wochen lang.

Der neue Mietvertrag wurde daraufhin mit Schulze geschlossen. Roeser, der im Namen seiner Mandantin den Fall weiterverhandelte, senkte die Abstandsforderungen auf 30.000 Euro. Schulze jedoch wiegelte ab und wollte das "mit Frau Balzer selber klären, wenn es ihr wieder gut geht."

Leider hat diese jedoch nie einen Cent des Geldes gesehen und lebt nun von ihrer kleinen Rente im Altersheim in der Invalidenstraße. Enttäuscht sagt sie: "Die rechneten damit, dass die Alte den Löffel abgibt."

Und in der Tat erklärt der neue Besitzer der Bäckerei Schulze, gedacht zu haben, dass es mit der alten Dame "es nie wieder was werde." Bezahlen will er auch nicht, da der Laden "nichts wert" sei. Komisch nur, dass er die Einrichtung komplett beim Alten gelassen und auch das Schild im Schaufenster vom Feinschmeckermagazin hängen lassen hat, auf dem steht: "Diese Bäckerei gehört zu den Besten in Deutschland 2013."

Waltraud Balzer hingegen will das nicht auf sich sitzen lassen und hat Klage gegen ihren Nachfolger eingereicht - "wegen unberechtigter Bereicherung und Schadensersatz."

Von der Redaktion

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