Diese Dreijährige wird bis zur Pubertät eingesperrt

Diese Dreijährige wird bis zur Pubertät eingesperrt

Umstrittene Traditionen gibt es wohl in jeder Religion. Doch was nun mit der erst dreijährigen Trishna Shakya nach hinduistischem Brauch in Nepal gemacht wird, schockiert die Menschen weltweit. In der Hauptstadt Kathmandu wird sie in einem Tempelpalast festgehalten - weil man sie zur Gottheit ernannt hat.

Es ist September 2017, als die kleine Trishna Shakya in einem prächtigen roten Kleid zur neuen lebenden Göttin erklärt und in einer Prozession in einen historischen Tempel im Herzen von Kathmandu getragen wird. Sie heißt nun Kumari und wird als Inkarnation der Hindu-Gottheit Taleju verehrt. Die Tradition schreibt vor, dass die Kumari bis zu ihrer ersten Monatsblutung im Tempelpalast bleibt. Diesen darf sie nur zu religiösen Anlässen verlassen. Dabei wird sie getragen, da ihre Füße den als „unrein“ betrachteten Boden nicht berühren dürfen.

Die Auswahl der Kumari erfolgt nach strengen Regeln 

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Trishna Shakya wurde nach strengen Auswahlkriterien zur Gottheit erwählt. Dazu gehören eine makellose Haut, eine „Brust wie ein Löwe“ und „Schenkel wie ein Reh“. Außerdem musste die Dreijährige ihre Tapferkeit beweisen, indem sie beim Anblick der Opferung eines Büffels nicht weint.

Ein normales Leben wird für Trishna fast unmöglich

Jede Religion hat ihre eigenen Traditionen - das Christentum, das Judentum, der Islam. Verteidiger von Kinderrechten sowie Trishnas Eltern stehen diesem hinduistischen Brauch aber skeptisch gegenüber. Ihr Vater erklärt: Meine Gefühle sind gemischt. Meine Tochter ist jetzt die neue Kumari. Das ist gut. Doch es bricht mir auch das Herz, weil sie von nun an von uns getrennt sein wird.“ Ihr neuer Stand zwingt das Mädchen dazu, am Rande der Gesellschaft zu leben. Während andere Mädchen singen, tanzen und spielen, wird sie im Tempelpalast erzogen und wird es nach ihrer Amtszeit schwer haben, sich wieder an ein normales Leben zu gewöhnen. Wie auch schon ihre Vorgängerinnen.

Zoe Klaus
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