AstraZeneca-Impfstoff: Wissenschaftler:innen wissen endlich, was die Blutgerinnsel auslöst

Die Forschung hat endlich den Auslöser dafür gefunden, warum manche Menschen nach einer Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca Blutgerinnsel bekommen.

Nach den ersten Berichten, dass einige Menschen nach der Impfung durch AstraZeneca an Blutgerinnseln litten, haben einige Länder die Verwendung des Impfstoffs dieses Unternehmens überdacht.

Im Vereinigten Königreich beispielsweise werden alternative Impfstoffe für Personen unter 40 Jahren angeboten, um tödliche Nebenwirkungen zu vermeiden.

Was ist der Auslöser?

In einer revolutionären neuen Studie haben Wissenschaftler:innen herausgefunden, dass ein Protein in unserem Blut von einer Schlüsselkomponente des Impfstoffs angezogen wird, was die Ursache dafür ist, dass bei einigen Menschen Blutgerinnsel auftreten können.

Im Wesentlichen haben die Forschenden festgestellt, dass dieses Protein eine Kettenreaktion auslösen kann, an der das Immunsystem beteiligt ist und die schließlich zu einer gefährlichen Gerinnung führen kann. Dr. Will Lester, ein beratender Hämatologe am University Hospitals Birmingham NHS Trust, meint zu den Ergebnissen:

Es sind noch viele Fragen offen, z. B. ob manche Menschen anfälliger sind als andere und warum die Thrombose (Gerinnung) am häufigsten in den Venen des Gehirns und der Leber auftritt, aber das kann mit der Zeit und weiteren Forschungen geklärt werden.

Millionen von Leben gerettet

Trotz der Besorgnis und Kontroverse um den Impfstoff von AstraZeneca haben die gesammelten Daten gezeigt, dass die positiven Auswirkungen der Impfung weltweit die negativen bei weitem überwiegen.

Insgesamt starben 73 der fast 50 Millionen im Vereinigten Königreich verabreichten Dosen an einer durch den Impfstoff ausgelösten immunthrombotischen Thrombozytopenie. Die Pille ist also weitaus gefährlicher als eine Corona-Impfung.

Nach Angaben des Unternehmens hat sein Impfstoff weltweit mehr als eine Million Menschenleben gerettet und rund 50 Millionen Fälle des Virus verhindert. Prof. Alan Parker, einer der Forscher an der Universität Cardiff, erklärt gegenüber BBC News:

Man hätte nie vorhersagen können, dass es dazu kommen würde, und die Wahrscheinlichkeit ist verschwindend gering, also müssen wir uns das Gesamtbild der Anzahl der Leben vor Augen halten, die dieser Impfstoff gerettet hat.
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