"Deltakron": Angeblich neue Virusvariante offenbar Ergebnis von Verunreinigungen im Labor

Gerade erst hat man die Omikron-Variante entdeckt, da soll es schon die nächste Virus-Variante geben. Ein Labor-Team auf Zypern will die neueste Variante entdeckt haben und tauft sie "Deltakron".

Wir haben es bereits mehrmals erlebt: Während einer Pandemie kann es immer wieder zu neuen Mutationen des Virus kommen, solange die Impflücke nicht geschlossen ist. Die neuen Formen können sich überall auf der Welt entwickeln - allerdings ist es unwahrscheinlich, dass es so schnell nach Omikron schon wieder zu einer neuen Variante kommen konnte.

Zweifel an "Deltakron"

Expert:innen zweifeln deswegen auch die Ergebnisse aus Zypern an und sprechen davon, dass es sich bei "Deltakron" lediglich um Verunreinigungen im Labor handele. Und zwar "relativ eindeutig", wie der britische Virologe Tom Peacock auf Twitter schreibt.

Auch Krutika Kuppali, WHO-Covid-Expertin, ist mit Peacock einer Meinung und fordert Forscher:innen in einem Tweet indirekt dazu auf, im Kampf gegen die Pandemie nicht den Fokus zu verlieren:

Deltacron ist nicht real und entstand vermutlich durch ein Artefakt bei der Sequenzierung, also Verunreinigung. Lasst uns nicht die Namen von Infektionskrankheiten vermischen, um ein prominent klingendes Paar zu kreieren.

"Deltakron" im internationalen Blick

Die Wissenschaftler:innen aus Zypern haben Anfang Januar laut focus.de ihre Sequenzen von "Deltakron" an die internationale Datenbank "Gisaid" gesendet. Diese dient weltweit zum Austausch über das Coronavirus zwischen Virolog:innen, Epidemiolog:innen und Immunolog:innen.

Doch die internationale Reaktion auf die Sequenzen scheint sich einig darin zu sein, dass es sich bei "Deltakron" um eine Verunreinigung handelt. Das sieht auch Gesundheitsexpertin Boghum Kabisen Titanji so:

Zu Deltakron, weil ich dazu in den letzten 24 Stunden so oft gefragt wurde: Behandelt das mit Vorsicht! Die bisher vorliegenden Informationen deuten auf eine Verunreinigung der Proben hin.

Zweifel bestätigt

Und es scheint, als seien die Zweifel berechtigt. Neuesten Informationen zu Folge, handelte es sich tatsächlich um eine Verunreinigung in dem zyprischen Labor. Die Epidemiologin Maria Van Kerhove veröffentlicht auf Twitter einen aktuellen medizinischen Bericht und bittet darum, Worte wie "Deltakron" nicht zu verwenden:

Auch ein Mitglied des Krisenstabs für Corona auf Griechenland, Gikas Magiorkinis, tweetet darüber und erklärt, dass Kostrikis Schlüsse falsch seien: "Erste Analysen zeigen, dass es sich um einen technischen Fehler des Labors handelt."

Was die zyprischen Forscher:innen zu "Deltakron" zu sagen haben, erfahrt ihr im Video.

Coronavirus: Rottet sich die Delta-Variante selbst aus? Coronavirus: Rottet sich die Delta-Variante selbst aus?